Der Winter ist vorbei, also hoffentlich. Euer Auto trägt zumindest ziemlich sicher, die Spuren noch mit sich herum. Salzkrusten am Unterboden, müde Wischerblätter, Reifen mit Wintererinnerungen und Flüssigkeiten, die mehr geleistet haben, als ihnen lieb war.
Während wir Menschen im Frühling die Fenster aufreißen und durchatmen, braucht auch euer Auto diesen Moment. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ihm diese Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich habe für euch einen kleinen Reminder gebastelt, welche Punkte wirklich entscheidend sind, damit euer Fahrzeug fit, sicher und entspannt durch Frühling und Sommer rollt.
Viel Spaß bei „Frühjahrscheck fürs Auto: So startet ihr sicher und entspannt in die warme Saison“.
Warum der Frühling technisch anspruchsvoller ist, als viele denken
Mit steigenden Temperaturen verändert sich nicht nur unser Outfit, sondern auch die Belastung für euer Auto.
- Der Reifendruck steigt durch Wärme automatisch an
- Motor und Kühlkreislauf arbeiten unter anderen Bedingungen
- Die Batterie leidet oft erst verzögert nach einem harten Winter
- Längere Fahrten und spontane Wochenendtrips erhöhen die Belastung
Der Übergang vom Winter in die warme Saison ist technisch gesehen eine Umstellungsphase. Wer hier kontrolliert, fährt später entspannter.
Reifen: Der wichtigste Kontakt zur Straße
Reifen sind das Fundament eurer Sicherheit. Und genau hier wird im Frühling häufig geschludert.
1. Reifendruck prüfen
Wärmere Luft dehnt sich aus. Das bedeutet: Der Druck steigt.
Zu hoher Druck verschlechtert Haftung und Komfort, außerdem nutzt sich der Reifen ungleichmäßig ab.
Also: Druck prüfen, Herstellerangaben beachten und gegebenenfalls anpassen.
2. Profiltiefe kontrollieren
Gesetzliches Minimum ist das eine. Sicherheit das andere.
Gerade bei plötzlichen Frühlingsschauern braucht ihr Reserven.
Wenn das Profil flach wirkt oder ungleichmäßig abgefahren ist, wird es Zeit für neue Reifen.
3. Winterreifen wechseln
Winterreifen sind bei hohen Temperaturen weich und verschleißen schneller.
Sommerreifen bieten kürzere Bremswege, bessere Stabilität und sparen Kraftstoff.
Wer also noch mit Winterreifen unterwegs ist: Jetzt ist der richtige Moment für den Wechsel.
Unterboden und Lack: Den Winter abwaschen
Streusalz ist kein Freund von Metall. Es ist ein stiller Langzeitfeind.
Eine gründliche Wäsche inklusive Unterbodenreinigung entfernt Salz, Sand und Schmutzreste.
Anschließend schützt eine frische Wachsschicht euren Lack vor UV-Strahlung und Frühjahrsregen.
Kleine Lackschäden sollten ausgebessert werden, bevor sich daraus Rost entwickelt.
Flüssigkeiten: Der unsichtbare Schutzschild
Der Motor arbeitet im Sommer anders als im Winter. Deshalb lohnt sich ein Blick unter die Haube.
Checkt folgende Punkte:
- Motoröl
- Kühlmittel
- Bremsflüssigkeit
- Scheibenwaschflüssigkeit
- Getriebeöl
- Servolenkungsflüssigkeit
Zu niedrige Füllstände oder alte Flüssigkeiten können bei höheren Temperaturen schnell zu Problemen führen. Kühlmittel ist im Sommer kein Nebendarsteller, sondern Hauptdarsteller.
Batterie: Der Winter rächt sich oft verspätet
Kälte schwächt Batterien.
Und häufig zeigen sich Probleme erst, wenn es wärmer wird.
Wenn der Motor zuletzt etwas träger gestartet ist oder die Batterie mehrere Jahre alt ist, lohnt sich ein Test.
Korrodierte Pole reinigen und feste Anschlüsse prüfen.
Nichts ist frustrierender als eine Panne beim ersten Frühlingsausflug.
Bremsen: Mehr Tempo, mehr Verantwortung
Mit besserem Wetter steigt oft auch die Geschwindigkeit.
Doch Bremsen haben im Winter viel gelitten.
Salz, Feuchtigkeit und Kälte können Korrosion verursachen.
Quietschende Geräusche oder ein verändertes Bremsgefühl sollten ernst genommen werden.
Eine Kontrolle sorgt hier für echte Sicherheit.
Scheibenwischer und Sicht
Frühlingsschauer kommen plötzlich.
Und alte Wischerblätter sind dann mehr als nur ärgerlich.
Risse, Schlieren oder Rubbeln sind klare Zeichen für einen Wechsel.
Auch der Heckwischer wird gern vergessen.
Zusätzlich: Alle Leuchten testen. Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Nebellicht.
Gute Sichtbarkeit ist kein Winterthema, sondern ein Ganzjahresthema.
Innenraumfilter und Klimaanlage
Pollenzeit.
Ein verschmutzter Innenraumfilter verteilt Allergene direkt ins Fahrzeug.
Ein Austausch sorgt für bessere Luftqualität und mehr Komfort.
Und die Klimaanlage?
Jetzt testen, bevor die erste Hitzewelle kommt.
Wer zu spät prüft, wartet im Hochsommer lange auf Werkstatttermine.
Riemen, Schläuche und versteckte Schwachstellen
Gummi leidet bei Kälte.
Risse oder poröse Stellen können später zu Undichtigkeiten führen.
Ein kurzer Kontrollblick verhindert teure Folgeschäden.
Notfallausrüstung aktualisieren
Frühling bedeutet Ausflüge.
Also bitte prüfen:
- Ersatzrad oder Pannenset
- Reifendruckmesser
- Starthilfekabel
- Taschenlampe
- Wasser für längere Fahrten
Eine Panne bei Hitze kann deutlich unangenehmer sein als bei Frost.
Fahrverhalten anpassen
Hohe Temperaturen erhöhen das Risiko von Reifenpannen.
Starkes Bremsen und dauerhaft hohe Geschwindigkeit belasten zusätzlich.
Gerade bei voller Beladung sollte der Reifendruck angepasst werden.
Ein überladenes Auto fährt sich unsicherer und verschleißt schneller.
Fazit: Frühjahrscheck ist kein Luxus, sondern Prävention
Der Frühling fühlt sich leicht an.
Technisch ist er eine Übergangsphase.
Wer jetzt prüft, schützt nicht nur sein Fahrzeug, sondern auch seine Sicherheit.
Und ganz ehrlich: Ein sauberes, technisch geprüftes Auto fährt sich einfach besser.
Also Motorhaube auf, Checkliste durchgehen und mit gutem Gefühl in die warme Saison starten.
Link zum Artikel: Frühjahrscheck fürs Auto: So startet ihr sicher und entspannt in die warme Saison
Weitere Infos:
Scheibenwischwasser selbst machen, DIY-Guide
Autoreparaturen und Pflege selbst gemacht. DIY-Ratgeber

No responses yet