BP, Castol und ARAL

Willkommen zu einer kleinen Rundreise durch die faszinierende Welt der Schmierstoff- und Mineralöl-Giganten. Motoröl ist schließlich weit mehr als nur „schwarzes Gold“ – es steckt voller Technik, spannender Geschichten und echter Markenpower. In dieser Serie stellen wir euch deshalb die größten Player vor. Heute starten wir mit einem echten Schwergewicht: BP, Castrol und Aral – ein Trio, das nicht nur den deutschen Markt prägt, sondern gleichzeitig auch international den Takt vorgibt.


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BP – Vom OLEX-Karton zur Europa SE

Die Anfänge: OLEX, DPVG und der erste Tankstellenduft

Die Wurzeln von BP in Deutschland reichen bis ins Jahr 1899 zurück – damals allerdings noch unter dem etwas sperrigen Namen „OLEX“. Die OLEX, offiziell „Oesterreichische und ungarische Raffinerien Exportbüro“, versorgte Deutschland zu Beginn vor allem mit Petroleum.

Richtig spannend wurde es dann im Jahr 1923, denn in Hannover eröffnete die erste moderne Tankstelle. Ab da ging es steil bergauf, weil OLEX mit der Deutschen Petroleum-Verkaufs-Gesellschaft fusionierte. Im Hintergrund zog zu dieser Zeit bereits die damals noch junge Anglo-Persian Oil Company (APOC) die Fäden, die den Markt kräftig aufmischte.

Vom Benzin zum Chemiekonzern

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte BP ordentlich Tempo. Neue Raffinerien wie in Hünxe (1960) und Ingolstadt (1968), Beteiligungen an Pipelines sowie der Einstieg in die Chemie mit Bayer in Dormagen sorgten für massives Wachstum.

In den 1970ern begann BP zudem, das Tankstellennetz zu modernisieren. Selbstbedienung, Shops und einheitliche Tankstellendesigns wurden nun Standard, wodurch die Marke moderner und attraktiver wirkte.

Heute: BP Europa SE

Seit den 2000ern läuft das Deutschlandgeschäft unter BP Europa SE mit Sitz in Bochum. Die Marke BP selbst sieht man an Tankstellen nur noch selten, da der Fokus klar auf den bekannten Marken Aral und Castrol liegt, die im Alltag viel präsenter sind.


Castrol – Öl mit Rennsport-DNA

Vom Rizinusöl zum Markenimperium

1899 gründete Charles „Cheers“ Wakefield die CC Wakefield & Company. Der Clou dabei war ein Motoröl, das bei Kälte flüssig blieb, aber gleichzeitig bei Hitze stabil – dank Rizinusöl (castor oil). Das Ergebnis war Castrol, ein Name, der bald zum Inbegriff für Innovation wurde.

Schon früh setzte Castrol konsequent auf Sponsoring. Ob Autorennen, Flugwettbewerbe oder Geschwindigkeitsrekorde – die Marke stand für Leistung, Technik und Prestige. Dieses Image wird bis heute gepflegt, und genau das macht Castrol auch bei modernen Autofahrern so beliebt.

Von Burmah zu BP

1966 übernahm Burmah Oil Castrol, und im Jahr 2000 ging Burmah-Castrol an BP. Seitdem ist Castrol das Schmierstoff-Flaggschiff des Konzerns und prägt den Markt wie kaum ein anderer Anbieter.

Produkte, die jeder Schrauber kennt

  • Castrol EDGE – Premium-Öl mit Titan-Additiven, für moderne Hochleistungsmotoren
  • Castrol GTX – Klassiker für Langlebigkeit und Schutz vor Ablagerungen
  • Castrol MAGNATEC – Moleküle, die am Metall haften und sofortigen Schutz bieten
  • Castrol für E-Mobilität – neue Getriebe- und Kühlflüssigkeiten speziell für Elektrofahrzeuge

Doch Castrol ist außerdem in Bereichen aktiv, die viele gar nicht kennen. Industrielösungen, Metallbearbeitung, Schmierstoffe für Windkraftanlagen und sogar Speziallösungen für die Raumfahrt gehören zum Portfolio – ja, selbst der NASA Curiosity Rover hatte Castrol-Schmierstoffe an Bord.

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Aral – Vom Benzol-Mix zu Pulse & Ultimate

Die Geburt des „Super-Kraftstoffs“

1924 mischten Chemiker in Bochum einen neuen Treibstoff aus Aromaten und Aliphaten. Aus den Anfangsbuchstaben entstand der Markenname Aral. Schon damals stand Aral für Premiumqualität, und dieser Anspruch hat sich bis heute gehalten.

Kultmarke in Blau

Nach dem Krieg und dem Ende der Zwangsbewirtschaftung stieg Aral zur Tankstellen-Ikone auf – und die Entwicklung ging rasant weiter:

  • 1969: Erste Selbstbedienungstankstelle
  • 1985: Einführung von Super Bleifrei
  • 1989: SuperPlus
  • 2004: Ultimate 102 Oktan – bis heute einzigartig in Deutschland

Neben Benzin wurde auch die Aral Werbung legendär. Der „I’m walking“-Mann, aufwendige Spots und ein starkes Qualitätsimage machten Aral zur Lieblingsmarke vieler Autofahrer.

Heute: Aral pulse und die Tankstelle der Zukunft

Seit 2002 gehört Aral zu BP. Heute betreibt Aral in Deutschland rund 2.400 Tankstellen und baut parallel massiv in neue Geschäftsmodelle aus.

  • Aral pulse – ultraschnelles Laden an über 2.000 Ladepunkten
  • REWE To Go-Shops – Convenience auf der Überholspur
  • Neue Kraftstoffe – Futura (CO₂-reduziert), Bio-CNG, Wasserstoff und HVO

Aral verfolgt die Strategie „Und, nicht oder“. Verbrenner, E-Mobilität und alternative Kraftstoffe sollen parallel bestehen, damit sich alle Kunden flexibel versorgen können – unabhängig davon, wie sie unterwegs sind.: Verbrenner, E-Mobilität und alternative Kraftstoffe sollen parallel bestehen.

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