Das korrekte Motoröl: Wenn ihr euer Auto zum Ölwechsel bringt, habt ihr eigentlich nur eine einzige Aufgabe: Fragt nach dem richtigen Öl. Fragt überhaupt erst einmal, welches Öl verwendet wird. Fragt nach, ob das Öl die richtigen Freigaben hat und nicht nur irgendeine Empfehlung. Und lasst euch das Ganze schriftlich auf der Rechnung bestätigen.
Warum das so wichtig ist? Ganz einfach: Wenn euch irgendwann der Motor um die Ohren fliegt, es sei denn, ihr seid schon elektrisch unterwegs , dann habt ihr im Zweifel etwas in der Hand und könnt die Werkstatt in Regress nehmen. Ein falsches Öl kann Schäden verursachen, die teuer und ärgerlich sind. Aber mit der richtigen Freigabe seid ihr, was eure eigene Haftung angeht, auf der sicheren Seite. In diesem Artikel schauen wir uns an, warum Freigaben entscheidend sind, wie ihr Spezifikationen einordnet und welche Fragen ihr in der Werkstatt stellen solltet.
Warum Freigaben über eure Motor-Gesundheit entscheiden
Moderne Autos sind hochentwickelte Maschinen mit Tausenden von Bauteilen. Der Motor ist dabei das Herzstück. Er wurde so konstruiert, dass er maximale Leistung, bestmögliche Effizienz und gleichzeitig geringe Emissionen liefert. Damit er das über viele Jahre schafft, ist das richtige Öl unverzichtbar.
Das heißt: Nicht jedes Motoröl passt zu jedem Motor. Entscheidend ist, ob das Öl die Spezifikationen erfüllt, die euer Fahrzeughersteller vorgibt. Diese findet ihr in der Bedienungsanleitung. Werden sie nicht eingehalten, riskiert ihr nicht nur Motorschäden, sondern oft auch den Verlust eurer Garantie.

Das korrekte Motoröl: SAE, API, ILSAC und ACEA – was die Kürzel wirklich bedeuten
Damit ihr versteht, wie Öle unterschieden werden, lohnt ein Blick auf die gängigen Standards:
- SAE-Viskosität beschreibt, wie dünn- oder dickflüssig ein Öl bei unterschiedlichen Temperaturen ist. Moderne Motoren brauchen oft „dünne“ Öle, die im Winter leicht fließen, aber im Sommer stabil bleiben. Typisches Beispiel: 0W-20.
- API-Kategorien stammen aus den USA und prüfen, wie gut ein Öl reinigt, kühlt, schützt und schmiert. Für Benziner und Diesel gibt es unterschiedliche Kategorien.
- ILSAC-Standards richten sich ebenfalls an Benzinmotoren, setzen aber noch stärker auf Kraftstoffeffizienz.
- ACEA-Sequenzen sind die europäischen Standards, die oft strenger als die amerikanischen gelten. Hier gibt es Unterteilungen wie C (für Fahrzeuge mit Katalysator oder Partikelfilter) oder E (für schwere Diesel).
Alle diese Kürzel helfen, Öle zu vergleichen. Aber: Sie reichen nicht aus. Entscheidend sind am Ende die Herstellerfreigaben.
Das korrekte Motoröl: Empfehlung vs. Freigabe – der feine Unterschied
Fast jeder Hersteller, ob Mercedes, BMW, VW oder Peugeot, vergibt eigene Freigaben. Sie gehen über die Standards hinaus und prüfen die Öle in aufwendigen Tests direkt am Motor. Wenn ein Öl diese Hürde nimmt, wird es offiziell zugelassen.
Und hier liegt der Unterschied:
- Empfehlung bedeutet, dass der Ölhersteller sagt: „Unser Öl passt schon.“
- Freigabe heißt, dass der Fahrzeughersteller selbst gesagt hat: „Dieses Öl erfüllt alle Anforderungen.“
Für euch ist also nur die Freigabe relevant. Auf der Verpackung muss sie klar erkennbar sein.
Praxisbeispiel: 0W-20 ist nicht gleich 0W-20
Um das Ganze greifbarer zu machen: TotalEnergies bietet mehrere Öle mit der Viskositätsklasse 0W-20 an. Klingt nach denselben Produkten, ist es aber nicht.
- Quartz INEO Xtra Dynamics 0W-20: Freigaben für BMW, Aston Martin, Ford und Jaguar Land Rover.
- Quartz INEO Xtra First 0W-20: Freigaben für PSA, Fiat und Opel.
Beide Öle haben dieselbe Viskosität, beide erfüllen ACEA C5, beide stammen vom selben Hersteller.
Trotzdem sind sie nicht austauschbar. Der Grund liegt in den spezifischen Anforderungen der Motoren. Wer hier nur nach „0W-20“ geht, liegt schnell falsch.
Vorsicht bei Ölzusätzen
Viele Hersteller schreiben es deutlich ins Handbuch: Zusätze im Motoröl sind tabu. Sie können die Eigenschaften verändern, Additivpakete durcheinanderbringen und schlimmstenfalls die Garantie erlöschen lassen. Also Finger weg von dubiosen „Wundermitteln“.
Das korrekte Motoröl: Werkstatt-Checkliste: Diese Fragen müsst ihr stellen
Wenn ihr in die Werkstatt geht, solltet ihr vorbereitet sein. Hier ein paar Fragen, die ihr unbedingt stellen oder für euch klären solltet:
- Welches Öl soll eingefüllt werden?
Checkt vorher per Ölfinder oder Bedienungsanleitung, welches Öl mit welcher Freigabe passt. - Ist es synthetisch?
In den meisten modernen Motoren ist das Pflicht. - Wird der Ölfilter gewechselt?
Ein neuer Filter ist Standard und verhindert, dass alte Rückstände im Motor landen. - Wie hoch sind die Kosten?
Fragt nach einer klaren Aufstellung für Öl, Filter und Arbeit. - Darf ich mein eigenes Öl mitbringen?
Manche Werkstätten erlauben es, manche nicht. Vorher abklären. - Wie oft muss ich wechseln?
Handbuch oder Bordcomputer verraten euch das genaue Intervall. - Gibt es eine Nachfüllflasche?
Praktisch für unterwegs: Fragt nach einer 1-Liter-Flasche für den Kofferraum.
Und das Wichtigste: Lasst euch die Freigabe des Öls auf der Rechnung bestätigen.
Das korrekte Motoröl, Fazit: Freigaben schlagen Viskosität
Es ist egal, wie bekannt die Marke ist oder wie modern das Etikett aussieht, wenn die Freigabe nicht passt, ist das Öl nicht das richtige. Moderne Motoren sind hochspezialisiert und nur Öle mit der korrekten Freigabe sind wirklich sicher.
Darum gilt: Erst Freigabe checken, dann Öl kaufen oder einfüllen lassen. Und immer darauf achten, dass die Freigabe auch auf der Rechnung steht.
So schützt ihr nicht nur euren Motor, sondern auch euer Portemonnaie und ihr könnt euch entspannter zurücklehnen, wenn das nächste Mal der Satz fällt: „Ölwechsel? Machen wir gleich.“
FAQ – Häufige Fragen rund um das korrekte Motoröl
Reicht die Angabe „0W-20“?
Nein. Gleiche Viskosität bedeutet nicht gleiche Freigabe. Innerhalb der Klasse 0W-20 gibt es viele verschiedene Öle mit unterschiedlichen OEM-Zulassungen. Entscheidend ist die Freigabe in eurer Bedienungsanleitung.
Kann ich auch ein Öl nehmen, das nur empfohlen wird?
Besser nicht. Eine Empfehlung stammt vom Ölhersteller, eine Freigabe vom Fahrzeughersteller. Für Garantie und Motorlebensdauer zählt die Freigabe.
Was passiert, wenn ich das falsche Öl einfülle?
Im schlimmsten Fall Motorschäden, Ablagerungen, verklebte Ringe, verstopfte Filter oder sogar ein Garantieverlust.
Sind Ölzusätze sinnvoll?
Die meisten Autohersteller verbieten Ölzusätze ausdrücklich. Sie können die Eigenschaften des Öls verändern und schaden mehr, als sie nützen.
Ist synthetisches Öl immer besser?
In modernen Motoren ja, weil es bessere Fließfähigkeit, weniger Ablagerungen und besseren Schutz bietet. Entscheidend ist aber trotzdem die Freigabe.
Das richtige Motoröl! Ein spontaner Guide.

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