DIY Wischwasser Winter

Wenn der erste Frost auf der Windschutzscheibe glitzert und die Straßenlaternen wie Eiszapfen leuchten, beginnt sie wieder, die Zeit, in der Autos morgens klingen, als würden sie sich nach der Sommerpause räuspern.
Und irgendwo dazwischen steht ihr, mit dem Eiskratzer in der einen Hand und der Ahnung in der anderen, dass euer Wischwasser vermutlich längst den Aggregatzustand gewechselt hat.
Willkommen im Winter!

Doch keine Sorge. Ich zeige euch, wie ihr mit ein paar einfachen Zutaten euer eigenes Winter-Scheibenwischerkonzentrat herstellt. Günstiger, umweltfreundlicher und vor allem besser als alles, was in grellen Baumarktkanistern auf euch lauert.


Die Magie beginnt im Kanister

Ihr braucht:

  • Einen sauberen, leeren Behälter (z. B. alte Essig- oder Reinigerflasche)
  • 240 ml 99 % Isopropylalkohol, euer Frostschutz-Zauberer
    → bei echtem Wintereinbruch gern doppelt so viel!
  • 30 ml flüssige Kastilienseife oder klaren Glasreiniger
  • Kaltes, klares Wasser (am besten destilliert, euer Auto liebt es sanft)
  • Optional: ein paar Tropfen blaue Lebensmittelfarbe, weil auch DIY schön aussehen darf

So geht’s:

  1. Füllt den Alkohol in euren Behälter.
  2. Gebt das Wasser hinzu, aber lasst etwas Platz für die Seife bzw. Glasreiniger.
  3. Jetzt die Seife/Glasreiniger (und Farbe, wenn ihr mögt) dazu, Deckel drauf.
  4. Schwenkt den Kanister sanft hin und her, bis sich alles verbindet.
  5. Füllt eure frostfeste Mischung in den Wischwasserbehälter, fertig.

Schon beim ersten Sprühen werdet ihr merken: Das ist kein schnödes Wischwasser. Das ist flüssige Klarheit, die euch den Winter hindurch begleitet.


Frostschutz mit Gefühl

Der Trick liegt im Gleichgewicht: Alkohol schützt vor Frost, Seife/Glasreiniger sorgt für Streifenfreiheit und das Wasser ist die Basis für den Tanz auf der Scheibe.
Bei eisigen Temperaturen gilt: lieber etwas mehr Alkohol. Und wer ganz sicher gehen will, prüft, ob der Tankinhalt bei Frosttemperaturen noch flüssig bleibt. Kleine Erinnerung: Scheibenwischwasser gefriert immer zuerst dann, wenn man’s am dringendsten braucht.

Verwendet kein Shampoo oder Spülmittel, so verlockend das nach Hausmittel klingt, die darin enthaltenen Fette und Parfümstoffe hinterlassen auf der Scheibe einen Film, der bei tiefstehender Sonne zur gefährlichen Nebelwand wird.
Und Essig? Vergesst es. Auch wenn Oma ihn als Wundermittel pries, moderne Gummidichtungen aus Silikon reagieren darauf allergisch. Da hilft am Ende kein Zauberspruch, sondern nur der Austausch der Dichtung.


Wenn das Eis schneller war als ihr

Eure Scheibenwaschanlage hat sich in einen Eisklotz verwandelt?
Tief durchatmen. Kein Föhn, keine Flamme, das Auto ist kein Crème-Brûlée.
Füllt etwas Frostschutzmittel nach und lasst den Motor bei der nächsten Fahrt die Arbeit erledigen. Im Stand laufen lassen ist tabu (kostet euch sonst 80 Euro und ein schlechtes Gewissen).

Auch kein heißes Wasser! Der plötzliche Temperaturunterschied kann die Leitungen oder sogar die Frontscheibe sprengen. Also lieber rechtzeitig mischen, statt im Winter chemisch improvisieren.


Warum sich der Aufwand lohnt

Kommerzielle Winterreiniger enthalten oft Methanol, ein Stoff, der schon in geringen Mengen gesundheitsschädlich ist.
Euer selbst gemachtes Konzentrat hingegen ist günstig, ungiftig und vielseitig. Ihr könnt es sogar zum Reinigen von Spiegeln, Fliesen oder Armaturen verwenden. Ein Liter kostet euch weniger als ein Euro und das mit Premium-Wirkung.

Und ganz ehrlich: Es fühlt sich einfach gut an, den Winter mit etwas Selbstgemachtem zu trotzen. So, als hätte man ihn persönlich ein kleines Stück gezähmt.


Fazit

Ein bisschen Alkohol, ein Tropfen Seife/Glasreiniger, eine Prise Farbe und viel Herz, schon habt ihr euer DIY-Winter-Scheibenwischerkonzentrat, das euch durch Schneematsch, Streusalz und Frost begleitet.
Klar, ihr werdet damit nicht das Wetter aufhalten. Aber ihr seht es wenigstens kommen, kristallklar ohne Schlieren und ohne Frostschock.

Bleibt flüssig, bleibt kreativ und genießt jeden klaren Blick auf die kalte Jahreszeit.


Hier noch weitere Infos für euch:

Fahren im Winter – Vorbereitungen für eine sichere Fahrt.

Auto warmlaufen lassen im Winter: Was wirklich sinnvoll ist

Wenn’s draußen friert: Warum Kurzstrecke fürs Auto nicht gleich Kurzstrecke ist

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