Neuer Tag, nächster Morgen. Kurz prüfen, ob das alles nur ein Traum war oder ob der Brocken wirklich in der Einfahrt steht. Tja, nix Traum: Da hockt er, der Discovery II, guckt wie ein alter Dino, der springen möchte, aber ehrlich gesagt zu schwer, zu müde und zu kaputt ist. Angst? Nein. Respekt? Ja.
Also Kaffee, Jacke, raus zur Bestandsaufnahme. Was hab ich übersehen beziehungsweise was ist über Nacht hinzugekommen.
Kleines Zeug, große Fragezeichen
Erst die Konsole: Rechts klappt das Münzfach, links hakt irgendwas. Aschenbecher? Zweites Münzfach? Laut Bildern im Netz wohl eines von beidem. Wenn zweites Münzfach, war der Wagen damals offenkundig auf maximale Parkuhren-Performance ausgelegt.
Dann das Offensichtliche: Er steht schief. So fahren wir nirgendwohin. Also muss das Fahrwerk als Erstes dran.

Erste Telefonrunde
Wen anrufen? Leute mit Ahnung von Luftfahrwerken (inklusive plattgesessener Bälge) sind nicht gerade an jeder Ecke. Also Land Rover: „Fahrwerk synchronisieren, geht angeblich nur bei euch.“ Antwort: „Gern, in vier Wochen.“ Hilft uns wenig, wenn wir zeitnah wissen wollen, ob der Disco langstreckentauglich ist.
Parallel ins Forum: viele nette Menschen, viele Tipps, nur leider wenig, was wir sofort selbst umsetzen können.
Hoffnung
Zum Glück taucht ein Land-Rover-Schrauber bei uns in Hamburg auf. Ich schildere: Gelbe Lampe, angebliche Synchronisierung. Er meint: „Komm vorbei, ich lese Elektronik und Fehlerspeicher, dann wissen wir, was Sache ist.“
Gesagt, getan. Herr Blaumann steckt das Diagnosegerät an, Fiebermessen für Autos. Ein paar Minuten später: „So viele Fehleranzeigen habe ich selten gesehen.“ Super. Also nicht nur die sichtbaren Macken, auch die unsichtbaren feiern mit.
Planwechsel mit Umweg
Weil der Schrauber erst später Termine frei hat, doch noch mal zu Land Rover. Am Telefon hieß es, wir könnten „darauf warten“, maximal 90 Minuten. Vor Ort bedeutet „warten“ offenbar „bis morgen, dann wiederkommen“. Also gut.
Nächster Tag, 16 Uhr: „Wir haben eine Diagnose gemacht. Viele Fehler. Außerdem fehlt oben im Dach ein Sensor. So können Sie nicht fahren, aufrichten geht nicht. 380 Euro bitte. Reparatur? Mindestens 2.000 bis 2.500.“
Alles klar. Danke für… nichts!
Zurück zum Macher
Noch einmal beim Hamburger Schrauber angerufen. Kurz angebunden, aber hilfsbereit: „Komm nächste Woche, ich schau, was geht.“ Die Woche vergeht, ich stehe wieder da, er hängt den Dino wieder an das Gerät.
Während ich auf Abholung durch Cheffe warte, schwebt unser grüner Ex-BGS-Panzer plötzlich an mir vorbei, diesmal vorn und hinten auf gleicher Höhe. Zwei Minuten später winkt der Mechaniker: „Kannst mitnehmen.“
Die gelbe Lampe? Leuchtet weiter, hat hier aber nichts mit dem Fahrwerk zu tun. Der ominöse „Sensor im Dach“? Hat mit Aufpumpen exakt null zu tun. Solange die Luftbälge dicht sind, ist er fahrbar. Punkt.
Ein kleiner Moment Glück
Preisfrage: „Was kriegst du?“ – „Nix.“
Geht natürlich nicht. Also 50 Euro in die Kaffeekasse und strahlend vom Hof. Zum ersten Mal seit Kauf fahren wir tatsächlich parallel zur Straße, nicht mehr Richtung Mond oder Sonne.
Wetter
Auf dem Weg in die Agentur fängt es an zu regnen. Leider vor allem im Innenraum. Irgendwo kommt Wasser rein. Während ich schon gedanklich Dichtmittel sortiere, verabschiedet sich der linke Scheibenwischer. Rechts wischt, links hängt wie ein gebrochener Arm.
Also rechts ran, kurz fluchen, dann langsam in die Firma rollen und ab in die Garage.
Für heute reicht’s. Morgen machen wir weiter.
1. Teil Wie alles begann: Land Rover Discovery I
2. Teil Eine Geschichte voller Entdeckungen, Teil 2: Der Land Rover Discovery II
3. Teil Eine Geschichte voller Entdeckungen, Teil 3: Der Land Rover Discovery 3
4. Teil Eine Geschichte voller Entdeckungen, Teil 4: Der Land Rover Discovery 4
5. Teil Restauration Discovery II – Teil 1: Warum tun wir uns das an?

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