Moin liebe Leute, heute das Thema im Blog: Fußball-WM der Autohersteller.
Zur Fußball-WM 2026 ist eigentlich alles gesagt. Alles wurde analysiert, kommentiert, zerlegt, moralisch eingeordnet und anschließend noch einmal von Menschen erklärt, die vor vier Wochen noch nicht wussten, ob Curaçao ein Land, ein Likör oder ein besonders mutiger Scrabble-Zug ist.
Natürlich geht es um Favoriten, Kader, Taktik, Belastungssteuerung, Spielorte, Hitze, TV-Rechte, Trikots und Politik sowieso.
Wenn dann wirklich alles gesagt wurde, ist es bekanntlich noch lange nicht von jedem gesagt und/oder geschrieben worden.
Also machen wir bei drumtisch das, was man in solchen Situationen tun muss: Wir nehmen ein Thema, das irgendwo zwischen Fußball, Wirtschaft, Markenmacht und leichtem Zwangsverhalten liegt.
Willkommen zur Fußball-WM der Autohersteller.
Denn während auf dem Platz 48 Nationalmannschaften gegeneinander antreten, läuft daneben ein zweites Turnier. Leiser, teurer und mit deutlich mehr Leasingrückläufern: Welche Autohersteller sponsern eigentlich welche Nationalmannschaften?
Und siehe da: Es gibt tatsächlich eine Tabelle, die man so nicht jeden Tag liest.

Volkswagen: Der Gruppensieger auf vier Rädern
Wenn man diese WM der Autohersteller ernst nimmt, dann steht Volkswagen ziemlich klar auf Platz eins.
VW ist Partner des DFB und damit bei Deutschland im Spiel. VW ist außerdem bei den USA, Kanada, Frankreich und Brasilien vertreten. Dazu kommen Verbindungen über AMAG/Volkswagen zur Schweiz und Hinweise auf Österreich.
Das ist schon bemerkenswert, während andere Hersteller einzelne Nationalteams begleiten, fährt Volkswagen praktisch mit einem kleinen eigenen Turnierbaum zur WM.
Deutschland? VW.
USA? VW.
Kanada? VW.
Frankreich? VW.
Brasilien? VW.
Das ist weniger Sponsoring, das ist fast schon eine interne Meisterschaft.
Natürlich passt das auch zur Marke, Volkswagen denkt global, verkauft global und nutzt Fußball global. Die Nationalmannschaften liefern dafür genau die richtige Bühne: Emotion, Reichweite, Flaggen, Familien, Public Viewing und Menschen, die plötzlich wieder Begriffe wie „Umschaltmoment“ benutzen, obwohl sie sonst schon beim Ausparken nervös werden.
Hyundai und Kia: Nicht jedes Team, aber gleich das ganze Turnier
Eine Sonderrolle spielen Hyundai und Kia. Die beiden Marken sind nicht einfach nur bei einzelnen Nationalmannschaften unterwegs, sondern als offizieller FIFA-Mobility-Partner direkt beim Turnier verankert.
Das ist die Champions-League-Variante des Sponsorings: Warum ein Team nehmen, wenn man auch gleich die Veranstaltung nehmen kann?
Damit sind Hyundai/Kia bei der WM omnipräsent, auch wenn sie nicht automatisch Trikotsponsor oder Verbandspartner einzelner Teams sind. Es geht um Fahrzeuge, Mobilität, Logistik und Sichtbarkeit rund um das Turnier. Also um alles, was dafür sorgt, dass Menschen, Funktionäre und sehr wichtige Personen mit sehr wichtigen Akkreditierungen von A nach B kommen.
Man könnte auch sagen: Während Volkswagen viele Mannschaften fährt, fährt Hyundai/Kia die WM.
BMW, Toyota, Changan und Co.: Die Spezialisten
Neben Volkswagen und Hyundai/Kia gibt es mehrere interessante Einzeldeals.
BMW ist bei Belgien vertreten. Das passt irgendwie. Belgien ist fußballerisch oft sehr edel besetzt, manchmal aber auch ein bisschen kompliziert zu konfigurieren. Also im Grunde wie ein moderner BMW mit Vollausstattung, Abo-Funktion und einer Bedienlogik, bei der man kurz überlegt, ob man gerade die Sitzheizung oder eine Marsmission gestartet hat.
Toyota ist bei Japan dabei. Das überrascht niemanden, ist aber trotzdem sauber und logisch. Japanische Nationalmannschaft, japanischer Hersteller, globale Strahlkraft. Stabil, präzise, verlässlich. Genau das, was man bei Toyota erwartet und bei vielen Abwehrketten vergeblich sucht.
Hyundai ist bei Südkorea zusätzlich auch national naheliegend. Auch hier ergibt die Verbindung sofort Sinn. Südkorea, Hyundai, Fußball, internationale Bühne. Da muss niemand zehn PowerPoint-Folien basteln, um die Strategie zu erklären.
Spannend wird es bei Portugal. Dort ist Changan Automobile als offizieller globaler Partner der Nationalmannschaft eingestiegen. Ein chinesischer Hersteller, der sich mit einer der sichtbarsten Fußballmarken Europas verbindet. Cristiano Ronaldo mag irgendwann nicht mehr ewig spielen, aber Portugal bleibt als Fußballmarke stark. Für Changan ist das kein kleiner Werbeaufkleber, sondern ein internationales Statement. Was das für Portugal ist, fährt dann auf einer anderen Route.
Spanien fährt mit Ebro. Das ist besonders interessant, weil Ebro als wiederbelebte Marke beziehungsweise spanisch geprägtes Autothema gut zur Nationalmannschaft passt. Bis 2028, mit Option bis 2030, ist Ebro offizielles Fahrzeug der spanischen Nationalelf. Das ist deutlich regionaler gedacht als ein globaler FIFA-Deal, aber gerade deshalb charmant.
Australien hat mit Isuzu UTE und CUPRA gleich zwei automobile Spuren. Isuzu passt zum robusten Nutzwert, CUPRA zum sportlich-emotionalen Auftritt. Australien fährt also gewissermaßen Pick-up und Lifestyle gleichzeitig. Das ist für ein Land, in dem Entfernungen anders gemessen werden als in Hamburg-Ottensen, wahrscheinlich gar nicht so falsch.
Ghana hat mit JAC Motors einen Deal, der ausdrücklich auch die WM-Kampagne der Black Stars unterstützt. Das ist ein Beispiel dafür, wie chinesische Hersteller zunehmend versuchen, über Fußballmärkte Sichtbarkeit aufzubauen, die früher fast selbstverständlich von europäischen, japanischen oder koreanischen Marken besetzt waren.

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Fußball-WM der Autohersteller, die stille zweite Tabelle: Wer hat keinen Auto-Sponsor?
Fast genauso spannend wie die gefundenen Deals ist die Liste der Teams, bei denen sich kein sauber belegter aktueller Autohersteller-Sponsor finden lässt.
Bei vielen Nationalverbänden gibt es zwar Ausrüster, Banken, Airlines, Wettanbieter, Telekommunikation, Getränke, Energieunternehmen und lokale Partner. Aber eben keinen klaren Automobilhersteller.
Das betrifft unter anderem Teams wie England, Niederlande, Norwegen, Schottland, Schweden, Uruguay, Ecuador, Paraguay, Marokko, Senegal, Tunesien, Iran, Saudi-Arabien, Mexiko oder Argentinien, zumindest soweit aktuell öffentlich sauber auffindbar.
Das heißt nicht automatisch, dass es keine lokalen Mobilitätsdeals gibt. Viele Verbände kommunizieren Sponsoren miserabel, teilweise nur in Landessprache, teilweise über Social Media, teilweise irgendwo zwischen Pressemitteilung und digitalem Altpapier.
Aber es zeigt: Autohersteller-Sponsoring bei Nationalmannschaften ist kein Selbstläufer.
Für manche Marken ist die FIFA selbst interessanter. Für andere sind Klubs wertvoller. Wieder andere gehen lieber in E-Sports, Formel 1, Tennis, Olympia oder Influencer-Kampagnen, bei denen ein Mensch mit Zahnpasta-Lächeln erklärt, warum ein SUV mit 2,3 Tonnen Leergewicht jetzt „urban“ ist.
Die inoffizielle Fußball-WM der Autohersteller im Vergleich-Tabelle
(Notiz an mich: manchmal kann man es mit SEO auch übertreiben)
Wenn man das Ganze als kleines Turnier wertet, sieht die Spitze ungefähr so aus:
1. Volkswagen
Die breiteste Nationalmannschafts-Präsenz. Deutschland, USA, Kanada, Frankreich, Brasilien und weitere Verbindungen. Klarer Gruppensieger.
2. Hyundai/Kia
Nicht über einzelne Teams, sondern über das ganze Turnier. Der globale Mobilitätsblock der WM.
3. Toyota
Stark über Japan, dazu regionale/lokale Verbindungen wie Qatar über Toyota-Importeurstrukturen.
4. BMW
Nicht massenhaft vertreten, aber prominent mit Belgien.
5. Changan
Der spannendste Neueinsteiger, weil Portugal als Bühne international extrem wertvoll ist.
6. Ebro
Spanien als starke nationale Bühne, dazu eine Marke mit lokaler Identität.
7. Isuzu/CUPRA
Australien mit zwei unterschiedlichen Automobilwelten.
8. JAC Motors
Ghana als Beispiel für neue chinesische Sichtbarkeit im internationalen Fußball.
Warum eine Fußball-WM der Autohersteller überhaupt interessant ist
Weil Sponsoring nie zufällig ist.
Eine Nationalmannschaft ist kein normaler Werbeträger. Sie steht für Identität, Stolz, Herkunft, Projektion und Gemeinschaft. Ein Autohersteller, der dort auftaucht, kauft nicht nur Reichweite, er kauft emotionale Nähe.
Bei Vereinsfußball geht es oft um regionale Bindung oder Fanloyalität, bei Nationalmannschaften ist es größer: Land, Flagge, Turnier, Hymne, kollektiver Ausnahmezustand.
Für Autohersteller ist das Gold wert, wenn es zur Marke passt. Volkswagen kann sich als globaler, breiter Mobilitätspartner inszenieren. Toyota als verlässlicher nationaler Gigant. Hyundai/Kia als internationaler Turnier-Mobilitätsapparat. Changan als chinesischer Herausforderer mit europäischer Ambition.
Und genau deshalb ist diese kleine Auto-WM vielleicht spannender, als sie auf den ersten Blick klingt.
Denn während wir auf dem Platz darüber diskutieren, ob ein Außenverteidiger jetzt invers, hybrid oder einfach nur zu langsam ist, läuft im Hintergrund die nächste Markenschlacht.
Nicht mit Stollen oder Schienbeinschonern, sondern mit Flottenverträgen, Pressebildern, Sponsorentafeln und elektrischen SUV, die irgendwo zwischen Stadion, Hotel und Trainingsplatz herumstehen.
Fußball-WM der Autohersteller Fazit
Die Fußball-WM 2026 ist nicht nur ein Turnier der Nationalmannschaften, sie ist auch ein Schaufenster der Autoindustrie.
Volkswagen tritt dabei mit der breitesten Mannschaft auf. Hyundai/Kia besetzen das Turnier selbst. Toyota, BMW, Changan, Ebro, Isuzu, CUPRA und JAC nutzen gezielt einzelne Nationalteams, um ihre Marken in Szene zu setzen.
Und damit haben wir endlich eine WM-Tabelle, bei der niemand über Expected Goals reden muss.
Auch mal schön.
Hier noch die komplette Liste, so wie sie vorliegt, zum an die Wand hängen:
Sicher bzw. gut belegbar gefundene Autohersteller-Deals
| Nationalmannschaft / Verband | Autohersteller / Marke | Status |
|---|---|---|
| Deutschland / DFB | Volkswagen | Hauptpartner/Mobilitätspartner bis 31.07.2028; umfasst Nationalmannschaften. |
| USA / U.S. Soccer | Volkswagen | Mehrjährige Verlängerung; VW bleibt Presenting Partner der Nationalteams. |
| Kanada / Canada Soccer | Volkswagen | Seit 2025 „Exclusive Automotive Sponsor“. |
| Frankreich / FFF | Volkswagen | VW/FFF-Aktivierung bis zur WM 2026; VW seit Jahren Mobilitätspartner der FFF. |
| Brasilien / CBF | Volkswagen | Neuer offizieller Sponsor der CBF/Brasilien für 2026 und 2027. |
| Belgien / RBFA | BMW | BMW Group Belux verlängerte 2024 um vier Jahre. |
| Portugal / FPF | Changan Automobile | Seit Mai 2026 offizieller globaler Partner der portugiesischen Nationalmannschaft. |
| Spanien / RFEF | Ebro | Offizielles Fahrzeug der spanischen Nationalmannschaft bis August 2028, optional bis 2030. |
| Japan / JFA | Toyota | Toyota ist als „JFA National Team Partner“ gelistet. |
| Südkorea / KFA | Hyundai | Hyundai dient als offizieller Sponsor der Korea Football Association. |
| Australien / Football Australia | Isuzu UTE | Seit Februar 2026 offizieller Automotive Partner von Football Australia, inklusive Socceroos. |
| Australien / Football Australia | CUPRA | Bereits 2024 als offizieller Automotive Partner verlängert. |
| Schweiz / SFV | AMAG / Volkswagen | AMAG nennt Kooperation mit VW zur Unterstützung der Schweizer Nationalmannschaft. |
| Österreich / ÖFB | Volkswagen | VW wird in der aktuellen Sponsorenliste des ÖFB geführt; Quelle hier schwächer als Verbandsseite, aber plausibel. |
| Kroatien / HNS | Hyundai | Hyundai war offizieller HNS-Partner bis Katar 2022; auf HNS-Seiten taucht Hyundai weiter in Partnerlisten auf, aber ich würde das für 2026 nur als wahrscheinlich/zu prüfen einstufen. |
| Türkei / TFF | Mercedes-Benz / evtl. Togg | Mercedes-Benz hatte eine 27-jährige TFF-Partnerschaft und verlängerte 2023; 2024 wurde aber berichtet, dass Mercedes aussteigt und Togg übernehmen könnte. Für 2026 daher unklar. |
| Ghana / GFA | JAC Motors | 2026 Partnerschaft mit JAC/Tryton; Unterstützung ausdrücklich u. a. für die Black-Stars-WM-Kampagne. |
| Qatar / QFA | Toyota / Abdullah Abdulghani & Bros. | Es gibt Hinweise auf Toyota/AAB als Mobility Partner der QFA/Qatar National Team; belastbarer als Importeur-/Lokaldeal, aber nicht so sauber wie DFB/VW. |
| Südafrika / SAFA | Volkswagen | VW ist offizieller Vehicle Partner für Frauenfußball/nationale Frauenteams in Südafrika; für die Männer-Nationalmannschaft nicht sauber belegt. |
Ältere oder nicht mehr sicher aktuelle Deals
| Nationalmannschaft | Autohersteller | Einordnung |
|---|---|---|
| Argentinien | Nissan | Belegt ab 2018 als offizieller Sponsor, aber 3-Jahres-Vertrag; für 2026 nicht sauber aktuell belegt. |
| Kolumbien | Fiat | 2019 als offizielles Auto der Nationalmannschaft für vier Jahre; dürfte 2023 ausgelaufen sein. |
| Mexiko | Nissan / FCA früher | Nissan war Automotive Partner der Mexiko-US-Tour, FCA 2017 Sponsor; kein sauber aktueller 2026-Verbandssponsor gefunden. |
| Italien | Fiat | Nicht WM-Teilnehmer 2026, aber historisch relevant: Fiat war Top Sponsor/Official Car der FIGC. |
Link zum Artikel: Die Fußball-WM der Autohersteller: Wer fährt eigentlich für wen?
Weitere Infos und Geschichten:
Teil 2: Bewertung Autohersteller oder wenn Umsatz nicht reicht. Mein Portfolio für Autohersteller.

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