Liebe Freunde der rollenden Batterien, habet ihr euch schon gefragt was passiert, wenn euer Hersteller insolvent wird/ist?
Aufgrund diverser Verwerfungen am EV-Markt und eines freidrehenden Elon Musk, stellen sich viele die Frage aller Fragen:
Was passiert eigentlich, wenn der Hersteller meines Elektroautos pleitegeht und damit das gesamte Netzwerk aus Werkstätten, Software-Updates und Ersatzteilen verschwindet?
Wo bekomme ich dann noch Ersatzteile her? Und wer kümmert sich eigentlich um die Updates?
Mein Smartphone ist ja schon nach vier Jahren gefühlt Elektroschrott, weil die neue Software nicht mehr draufpasst. Was also tun, wenn mein Auto ein Update braucht — aber niemand mehr da ist, der eins liefern könnte?
Damit ihr euch jetzt nicht weiter, oder vielleicht auch zum ersten Mal, Gedanken machen müsst: Hier kommen ein paar handfeste Infos. Zum Beruhigen. Oder auch nicht. 😊

Fisker: Der Anfang vom Ende?
Fisker war einst ein Hoffnungsträger der E-Mobilität. Gegründet vom legendären Designer Henrik Fisker (Aston Martin DB9, BMW Z8), setzte das Unternehmen auf nachhaltige Elektro-SUVs wie den Fisker Ocean. Große Pläne, ambitionierte Ziele, doch die Realität sah anders aus.
Produktionsprobleme, Softwarefehler und enttäuschte Kunden führten Fisker 2024 (erneut) in die Insolvenz. Käufer des Ocean standen plötzlich im Regen: Fehlende Ersatzteile, nicht mehr verfügbare Software-Updates und ein Kundendienstnetzwerk, das sich in Luft auflöste.
Ein besonders brisanter Punkt: Viele Funktionen des Fisker Ocean, vom Keyless-Go bis zur Remote-Steuerung über die App, waren an die Server des Herstellers gekoppelt. Server aus, Funktionen aus. Ein Totalausfall smarter Features, ohne dass Besitzer etwas dagegen tun konnten.
Auch Reparaturen sind ohne funktionierendes Netzwerk schwierig: Zwar betreibt Fisker offiziell noch einige autorisierte Werkstätten, aber mit offenen Rechnungen und auslaufendem Teilebestand ist unklar, wie lange noch.
Selbst Rückrufaktionen laufen schleppend, und viele Besitzer bleiben auf Kosten für notwendige Reparaturen sitzen — trotz bestehender Gewährleistungspflichten.
Tesla: Der Elefant im Raum
Wenn ein kleiner Player wie Fisker scheitert, zucken viele nur mit den Schultern. Aber was wäre, wenn Tesla fällt?
Was nach Science-Fiction klingt, ist gar nicht mehr so weit weg:
Elon Musk sorgt dieser Tage mit erratischen Aussagen für Stirnrunzeln. Parallel dazu will Donald Trump, als Reaktion auf die sterbende Bromance, u.a. Subventionen für Musk und seine Elektroautos zusammenstreichen. Für Tesla könnte das dramatische Folgen haben:
- Tesla profitiert massiv von staatlichen Förderungen, sowohl bei Käufen als auch bei der Ladeinfrastruktur (Supercharger-Netzwerk).
- Sinkende Subventionen könnten die Preise für E-Autos hochtreiben und die Nachfrage dämpfen — ausgerechnet in einem Moment, wo Konkurrenten aus China massiv auch auf die internationalen Märkte drängen.
- Musk selbst hat bereits mit Massenentlassungen und abrupten Managementwechseln bei Tesla zuletzt für Unsicherheit gesorgt.
- Investoren reagieren zunehmend nervös: Teslas Aktienkurs ist 2025 bereits um 40 % gefallen (Quelle: Bloomberg, Juni 2025).
Ein Insolvenzszenario bei Tesla hätte eine ganz andere Dimension:
Tesla hat weltweit über 5 Millionen Fahrzeuge verkauft, betreibt Tausende Supercharger-Stationen und setzt auf exklusive Technologien (z. B. proprietäre Ladeports, eigene Softwareplattformen).
Fällt Tesla, verlieren Millionen Autos:
- Zugriff auf Ladeinfrastruktur
- Zugang zu Software-Updates (Over-the-Air)
- Wartungsnetzwerke und Ersatzteilversorgung
Besonders kritisch: Teslas Autos sind stark softwareabhängig, vom Autopilot bis zum Türgriff. Viele Features basieren auf ständiger Verbindung zu Teslas Servern. Offline = Aus.
Ohne Updates werden Systeme veralten, Sicherheitslücken bleiben offen. Und irgendwann funktioniert schlicht nichts mehr.
Gibt es einen Plan B wenn der Hersteller insolvent ist?
Was kann man tun, wenn der EV-Hersteller stirbt?
- Ersatzteile sichern:
Gerade bei speziellen Ersatzteilen wird es schnell eng. Manche Communities, wie etwa damals die Besitzer alter Saabs oder aktuell der Fisker-Modelle, haben gezeigt: Frühzeitig Ersatzteile kaufen, lagern oder im Netzwerk tauschen, kann Gold wert sein. - Service-Communities nutzen:
Selbstorganisierte Gruppen wie die Fisker Owners‘ Association zeigen, wie man Wissen, Ersatzteilquellen und Werkstätten bündeln kann. - Updates sichern oder Alternativen entwickeln:
Bei Smartphones klappt das mit Custom ROMs. Bei Autos wird es schwieriger: Hier braucht es Spezialisten, die Software reverse-engineeren oder alternative Updates entwickeln können. Es gibt erste Ansätze im Open-Source-Bereich, aber alles noch Pionierarbeit. - Versicherung überdenken:
Viele Versicherer stufen „verwaiste“ Fahrzeuge teurer ein. Manche lehnen sogar die Versicherung komplett ab. Eine sogenannte vereinbarte Wertversicherung (wie bei Oldtimern) könnte sich lohnen. - Langfristig: Alte Marken, neue Chancen?
Möglicherweise feiern die klassischen Autobauer ein Comeback.
BMW, Mercedes, VW. Viele Traditionsfirmen haben robuste Servicenetzwerke, eigene Ersatzteillogistik und Jahrzehnte Erfahrung im Krisenmanagement.
Wenn der EV-Hype neuer Marken abflaut und die Risiken klarer werden, könnte es heißen: Back to the Old Companies.
Fazit: Hersteller insolvent?! Cool bleiben – aber vorbereitet sein
Die EV-Revolution ist in vollem Gange, aber wie bei jeder Revolution gibt es Gewinner und Verlierer.
Fisker ist gefallen. Tesla wackelt. Und nicht jeder Hersteller wird das Rennen überleben.
Für uns alle heißt das: Wer sein rollendes Smartphone behalten will, braucht einen Plan B. Ersatzteile sichern, Updates im Auge behalten und immer auch den Blick darauf richten, was ein solider Autohersteller im Rücken wert sein kann.
Also, liebe Batterie-Junkies: Augen auf beim nächsten Autokauf. Es könnte sich lohnen, einen Blick zurück zu wagen zu denen, die noch wissen, wie man Autos nicht nur verkauft, sondern auch am Leben erhält. 🚗⚡
Hier nochmal kurz der Überblick:
Was tun, wenn dein EV-Hersteller insolvent ist?
1. Ersatzteile sichern
➡️ Wichtige Verschleißteile frühzeitig kaufen und lagern.
2. Service-Communities suchen
➡️ Vernetze dich mit anderen Besitzern, Infos, Teile und Tipps teilen!
3. Updates sichern
➡️ Prüfe regelmäßig, ob du Software-Updates noch bekommst. Alternativen im Blick behalten.
4. Versicherung checken
➡️ Steigende Prämien möglich, vereinbarte Wertversicherung kann schützen.
5. Werkstätten finden
➡️ Unabhängige Werkstätten mit EV-Erfahrung ansprechen.
6. Ladeinfrastruktur absichern
➡️ Überlege, ob dein EV auf Standard-Ladesysteme (z.B. CCS) setzt, proprietäre Netze könnten wackeln.
7. Notfall-Plan: Fahrzeugwert im Auge behalten
➡️ Bei seltenen Modellen kann der Marktwert sogar steigen. Geduld zahlt sich manchmal aus.
❗ Extra-Tipp:
Wenn du neu kaufst, schau genau hin:
👉 Setze auf Marken mit stabiler Marktpräsenz, Servicenetz und starken Partnern im Rücken.
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