Warum Tacker angeschnallt fährt und Liebe allein noch kein Sicherungssystem ist. Genau deswegen kümmern wir uns heute um das Thema Hunde im Auto.
Seit wir für unseren letzten Artikel mit Karl dem Sandkorn am Strand unterwegs waren, muss ich immer wieder an eine andere Beobachtung denken. Es geht diesmal nicht um Salz, Rost oder Sand in den Sitzschienen, sondern um die vielen Menschen, die ihre Hunde mit ins Auto nehmen und offenbar davon ausgehen, dass sich Sicherheit bereits dadurch einstellt, dass alle Beteiligten sich sehr lieb haben.
Der Hund sitzt auf der Rückbank, steht zwischen den Vordersitzen oder thront auf dem Schoß des Beifahrers. Manchmal schaut er aus dem geöffneten Fenster, manchmal legt er während der Fahrt den Kopf auf die Mittelkonsole und gelegentlich wechselt er einfach den Platz, weil ihm die Aussicht auf der anderen Fahrzeugseite besser gefällt.
Das sieht auf den ersten Blick ausgesprochen harmonisch aus. Es hat nur mit einem sicheren Hundetransport ungefähr so viel zu tun wie eine Wolldecke mit einem Helm.
Ich gebe zu, dass mir bei diesem Thema fast mehr um die Tiere leidtut als um die Menschen. Der Mensch kann sich vor der Fahrt informieren, ein geeignetes System auswählen und die Entscheidung treffen, den Hund richtig zu sichern. Der Hund kann das nicht. Er steigt ein, weil wir die Tür öffnen, und vertraut anschließend darauf, dass wir wissen, was wir tun.
Tacker fährt deshalb gesichert.
Nicht weil er besonders schlecht erzogen wäre, nicht weil wir mit ihm täglich an Bergrennen teilnehmen und auch nicht, weil wir die kurze Fahrt zum Einkaufen für eine Expedition halten. Er fährt gesichert, weil eine Vollbremsung nicht vorher fragt, wie lang die geplante Strecke gewesen ist.
Hunde im Auto
Der kurze Weg ist nicht automatisch der sichere Weg
Viele Menschen denken beim Hundetransport zuerst an den großen Urlaub. Autobahn, Gepäck, lange Strecke und mehrere Stunden im Auto. Selbstverständlich braucht es dafür eine vernünftige Lösung.
Das Risiko beginnt allerdings nicht erst hinter der Landesgrenze. Auch auf dem Weg zum Tierarzt, zur Hundewiese oder zum Supermarkt kann jemand vor uns bremsen, ein Kind auf die Straße laufen oder ein anderes Fahrzeug plötzlich die Spur wechseln.
Genau deshalb sollte der Hund nicht nur bei der Urlaubsfahrt, sondern bei jeder Fahrt gesichert werden. Ein heftiges Ausweichmanöver bei höherer Geschwindigkeit reicht aus, damit ein ungesicherter Hund durch den Innenraum geschleudert wird. Der ADAC hat verschiedene Transportlösungen bei Brems- und Ausweichmanövern mit bis zu 100 km/h untersucht und dabei deutlich gezeigt, wie groß das Verletzungsrisiko für Tier und Insassen bei ungeeigneten oder falsch montierten Systemen ist.
Dabei muss es nicht einmal zum klassischen Frontalunfall kommen. Auch ein plötzliches Ausweichen kann den Hund seitlich gegen Türen, Sitze oder andere Insassen werfen. Ein System, das nur verhindert, dass der Hund nach vorne läuft, schützt ihn deshalb noch lange nicht zuverlässig vor seitlichen Bewegungen.
Juristisch klingt es wenig liebevoll, ist aber eindeutig
Aus Sicht der Straßenverkehrs-Ordnung gibt es für Hunde im Auto klare Regeln. Ein Hund/Tier wird während der Fahrt nicht als Fahrgast mit eigener Anschnallpflicht behandelt. Das Tier fällt vielmehr unter die Verantwortung des Fahrers für Tiere, Besetzung und Ladung.
§ 23 StVO verpflichtet den Fahrer dazu, dafür zu sorgen, dass seine Sicht und sein Gehör nicht durch Tiere beeinträchtigt werden und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs nicht unter der Besetzung oder Ladung leidet. Zusätzlich verlangt § 22 StVO, dass Ladung auch bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen oder herabfallen kann.
Das klingt bei einem Familienhund zunächst ausgesprochen unromantisch. Rechtlich ist die Einordnung aber sinnvoll, weil die Physik keine Rücksicht darauf nimmt, ob der ungesicherte Körper im Auto ein Werkzeugkasten, ein Koffer oder Tacker ist.
Wer einen Hund unzureichend sichert, riskiert je nach konkreter Situation ein Verwarnungs- oder Bußgeld. Für unzureichend gesicherte Ladung in einem normalen Pkw sieht der aktuelle Bußgeldkatalog grundsätzlich 35 Euro vor; bei einer Gefährdung sind es 60 Euro. Hinzukommen können je nach Tatbestand weitere Konsequenzen. Der Fahrer trägt außerdem die Verantwortung dafür, dass Tiere weder die Sicht noch das Gehör oder die sichere Bedienung des Fahrzeugs beeinträchtigen.
Das Bußgeld ist allerdings das kleinste Problem. Entscheidend ist, was mit dem Hund bei einem Unfall passiert.
Der Hund auf dem Schoß ist keine Form von Nähe
Beginnen wir mit einer Lösung, die erstaunlich häufig zu sehen ist und die eigentlich gar keine ist: der Hund auf dem Schoß.
Das gilt sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer. Ein Tier auf dem Schoß kann die Bedienung des Fahrzeugs beeinträchtigen, die Sicht einschränken und bei einer Vollbremsung weder festgehalten noch kontrolliert werden.
Auf dem Beifahrersitz kommt ein weiteres Problem hinzu. Wird der Airbag ausgelöst, trifft er innerhalb von Millisekunden auf den Hund oder auf die Person, die versucht, ihn festzuhalten. Ein Airbag ist darauf ausgelegt, einen korrekt sitzenden und angeschnallten Erwachsenen zu schützen. Er ist kein weiches Kissen für ein Tier auf dem Schoß.
Auch die Vorstellung, man könne einen kleinen Hund im Ernstfall einfach mit den Armen festhalten, gehört in die Abteilung der sehr optimistischen Gedanken. Bei einer abrupten Verzögerung wirken Kräfte, gegen die selbst gut trainierte Arme wenig ausrichten können.
Bewertung: sehr hohes Verletzungsrisiko, keinerlei zuverlässige Sicherung, erhebliche Ablenkungsgefahr.
Komfort: für den Hund möglicherweise zunächst angenehm, im Ernstfall vollkommen irrelevant.
Fazit: keine vertretbare Transportlösung.
Der frei laufende Hund auf der Rückbank
Die Rückbank wirkt zunächst sicherer als der Beifahrersitz, weil der Hund wenigstens nicht direkt neben Lenkrad und Pedalen sitzt. Ohne Sicherung bleibt er trotzdem ein frei beweglicher Körper im Fahrzeug.
Bei einer Vollbremsung wird er nach vorne geschleudert. Bei einem Ausweichmanöver trifft er möglicherweise die Türverkleidung, die Rückenlehne oder einen Mitfahrer. Kommt es zu einem Unfall, kann ein verletzter und verängstigter Hund anschließend frei im Fahrzeug herumlaufen, aus dem geöffneten Auto flüchten oder Rettungskräfte gefährden, obwohl er im normalen Leben vollkommen friedlich ist.
Das ist keine Frage des Charakters. Ein Tier mit Schmerzen und Angst reagiert unter Umständen anders, als sein Halter es kennt.
Bewertung: nicht ausreichend gesichert und für Hund wie Insassen gefährlich.
Komfort: viel Bewegungsfreiheit, die während der Fahrt gerade das Problem darstellt.
Fazit: ohne Geschirr, Gurt oder geeignete Box nicht vertretbar.
Die Schmutzdecke schützt die Polster, nicht den Hund
Sogenannte Hängematten oder Schutzdecken für die Rückbank sind ausgesprochen praktisch. Sie verhindern, dass Fell, Schmutz und ein halber Strand unmittelbar in die Polster eingearbeitet werden. Einige Modelle werden an den Kopfstützen befestigt und bilden zwischen Vorder- und Rücksitzen eine geschlossene Fläche.
Das sieht nach Schutz aus, ist aber zunächst nur Innenraumpflege.
Eine solche Decke kann den Hund bei einem leichten Bremsmanöver daran hindern, sofort in den Fußraum zu rutschen. Sie hält ihn bei einem Unfall aber nicht zuverlässig zurück. Im ADAC-Versuch wurden ungesicherte Tiere auch mit Schutzdecke unkontrolliert bewegt. Die Decke ist daher nur in Kombination mit einem stabilen Sicherheitsgeschirr und einem geeigneten Gurtsystem sinnvoll.
Bewertung: allein keine ausreichende Sicherung.
Komfort: hoch, weil der Hund eine größere zusammenhängende Liegefläche erhält.
Fazit: sinnvoller Schmutzschutz, aber ausschließlich als Ergänzung zu einem geprüften Rückhaltesystem.
Hundekörbchen und Autositze für kleine Hunde
Für kleine Hunde gibt es erhöhte Autositze, Körbchen und Reisebetten, die auf der Rückbank montiert werden. Sie können bequem sein, bieten dem Hund eine gute Sicht und lassen sich teilweise auch am Reiseziel als Schlafplatz verwenden.
Entscheidend ist jedoch, was im Inneren passiert.
Wird nur das Körbchen am Fahrzeug befestigt, der Hund darin aber nicht mit einem geeigneten Geschirr gesichert, verlässt er seinen gemütlichen Platz beim ersten heftigen Manöver. Der ADAC zeigte in einem Versuch, dass ein ungesicherter Hunde-Dummy aus einem Körbchen geschleudert wurde und in einer daneben montierten Babyschale landete.
Ein Hundeautositz kann deshalb eine brauchbare Lösung für kleine Tiere sein, wenn der Sitz selbst sicher über Fahrzeuggurt oder Isofix befestigt ist und der Hund zusätzlich über ein stabiles, passend sitzendes Sicherheitsgeschirr angebunden wird. Die Verbindung darf niemals am Halsband erfolgen.
Bewertung: bei korrekter doppelter Sicherung brauchbar, allein unzureichend.
Komfort: für kleine Hunde häufig sehr gut.
Fazit: Autositz und Hund müssen jeweils separat und passend gesichert sein.
Softtaschen und flexible Transportbehälter
Weiche Transporttaschen sind leicht, faltbar und im Alltag angenehm zu handhaben. Für sehr kleine Hunde können sie eine vernünftige Lösung sein, sofern das Modell ausdrücklich für den Einsatz im Auto vorgesehen ist und stabil am Fahrzeug befestigt werden kann.
Besonders geeignet sind Systeme, die über Isofix oder andere belastbare Befestigungspunkte mit dem Fahrzeug verbunden werden. Eine Tasche, die lediglich lose auf dem Sitz steht oder nur mit einem dünnen Riemen gehalten wird, kann bei einem Unfall mitsamt Hund durchs Auto fliegen.
Man sollte außerdem nicht jede hübsche Stofftasche automatisch für ein Sicherheitssystem halten. Entscheidend sind eine stabile Konstruktion, belastbare Befestigungspunkte, eine passende Größe und möglichst nachvollziehbare Crashtests.
Bewertung: bei geprüfter Konstruktion und korrekter Befestigung für kleine Hunde geeignet.
Komfort: hoch, weil die Tasche oft vertraut und gut gepolstert ist.
Fazit: auf Befestigung, Belastbarkeit und passende Größe achten; eine normale Tragetasche reicht nicht.
Die Kunststoffbox
Eine stabile Kunststoffbox ist für kleine und teilweise mittelgroße Hunde häufig eine gute und bezahlbare Lösung. Sie begrenzt den Bewegungsraum des Tieres, schützt vor unkontrolliertem Herumschleudern und kann so positioniert werden, dass sie sich bei einem Unfall möglichst wenig bewegt.
Im Fußraum hinter den Vordersitzen kann eine passende kleine Box relativ geschützt stehen, sofern sie dort sicher und ohne Quetschgefahr untergebracht ist. Im Kofferraum oder auf der Rückbank muss sie dagegen zusätzlich befestigt werden. Eine lose Box ist keine Sicherung, sondern lediglich ein größeres Flugobjekt mit Hund darin.
Im Vergleich zu hochwertigen Metallboxen besitzen einfache Kunststoffboxen bei schweren Unfällen Grenzen. Sie können brechen oder sich verformen. Trotzdem bieten gute und korrekt befestigte Modelle deutlich mehr Schutz als ein frei sitzender Hund.
Bewertung: gutes Sicherheitsniveau bei geeigneter Box und richtiger Befestigung.
Komfort: gut, wenn Größe, Belüftung und Gewöhnung stimmen.
Fazit: eine der sinnvollsten Lösungen für kleine bis mittelgroße Hunde, sofern die Box nicht lose im Fahrzeug steht.
Die Metallbox im Kofferraum
Eine hochwertige, fest installierte Metall- oder Aluminiumbox gehört zu den sichersten Lösungen, insbesondere für mittelgroße und große Hunde in Kombis, SUVs oder Geländewagen.
Die Box begrenzt den Bewegungsraum, verhindert das Herumschleudern durch den gesamten Innenraum und kann je nach Bauweise auch bei einem Heckaufprall Schutz bieten. Wichtig sind eine stabile Konstruktion, eine möglichst feste Verbindung mit dem Fahrzeug und eine Position nahe an der Rückenlehne.
Die Größe der Box wird häufig falsch verstanden. Aus Liebe zum Hund kaufen Menschen besonders großzügige Modelle, in denen das Tier während der Fahrt umherlaufen kann. Genau das erhöht aber bei einem Unfall den Weg, auf dem der Hund beschleunigt wird, bevor er gegen eine Wand der Box trifft.
Die Box sollte so groß sein, dass der Hund bequem stehen, sich drehen und hinlegen kann. Sie sollte aber nicht die Abmessungen einer kleinen Einzimmerwohnung besitzen. Der ADAC empfiehlt ebenfalls, keine übergroße Box zu wählen und kleinere Kofferraumboxen zusätzlich an den Verzurrösen zu befestigen.
Bewertung: bei hochwertiger Bauart und fester Montage sehr hohes Sicherheitsniveau.
Komfort: nach guter Eingewöhnung sehr gut, weil der Hund einen ruhigen, abgegrenzten Platz erhält.
Fazit: meine bevorzugte Lösung für größere Hunde und regelmäßige Fahrten, sofern Fahrzeug und Platzangebot passen.
Das Trenngitter im Kofferraum
Ein stabiles Trenngitter zwischen Kofferraum und Fahrgastzelle schützt vor allem die Menschen vorne. Es verhindert, dass ein Hund oder Gepäckstücke bei einem Frontalaufprall ungehindert in den Fahrgastraum geschleudert werden.
Für den Hund selbst ist das Gitter jedoch kein vollständiges Rückhaltesystem. Im großen Kofferraum kann er bei einem Ausweichmanöver weiterhin gegen Seitenwände, Heckklappe oder Rückenlehne geschleudert werden.
Ein Trenngitter sollte deshalb fest mit dem Fahrzeug verbunden sein. Ein universelles Gitter, das lediglich zwischen Dachhimmel und Boden verspannt wird, kann sich bei hoher Belastung lösen. Idealerweise kombiniert man das Gitter mit einer Box oder einem zusätzlichen, geeigneten Gurtsystem. Auch der ADAC bewertet Trenngitter primär als zusätzlichen Schutz und nicht als alleinige Sicherung des Tieres.
Bewertung: guter Schutz für die Insassen, begrenzter Schutz für den Hund.
Komfort: hoch, weil viel Platz zur Verfügung steht.
Fazit: als Ergänzung sinnvoll, allein aus Sicht des Tierwohls nicht optimal.
Der Hund im offenen Kofferraum
Ein Hund lose im Kofferraum eines Kombis oder SUVs sieht zunächst ordentlich untergebracht aus. Er stört den Fahrer nicht, sitzt nicht auf den Polstern und kann sich bequem hinlegen.
Ohne Box, Trenngitter oder Gurtsystem bleibt er trotzdem ungesichert.
Bei einer starken Bremsung wird er gegen die Rücksitzlehne geschleudert, beim Ausweichen gegen die Seitenverkleidung und bei einem Heckaufprall möglicherweise unmittelbar im Verformungsbereich des Fahrzeugs getroffen.
Eine rutschfeste Matte verbessert zwar den Stand und erhöht den Komfort, ersetzt aber keine Sicherung. Sie ist trotzdem eine gute Ergänzung, weil sie verhindert, dass der Hund bei jeder Kurve auf glattem Kunststoff herumrutscht.
Bewertung: ohne zusätzliches System unzureichend.
Komfort: je nach Fahrzeug gut, sicherheitstechnisch allein nicht überzeugend.
Fazit: mindestens mit festem Trenngitter und möglichst Box oder geeignetem Geschirr kombinieren.
Das Sicherheitsgeschirr mit Autogurt
Ein hochwertiges Sicherheitsgeschirr ist eine gute Alternative, wenn eine Box nicht in das Fahrzeug passt oder der Hund auf der Rückbank transportiert werden soll.
Dabei sprechen wir ausdrücklich nicht von einem normalen Spaziergangsgeschirr mit einer beliebigen kurzen Leine, die in das Gurtschloss gesteckt wird. Ein Auto-Sicherheitsgeschirr muss die auftretenden Kräfte möglichst großflächig über Brustkorb und Körper verteilen. Es benötigt stabile Nähte, belastbare Metallbeschläge und eine sehr gute Passform.
Der Gurt sollte möglichst kurz gehalten werden, damit der Hund nicht durch den halben Innenraum beschleunigen kann. Gleichzeitig muss er lang genug sein, damit das Tier bequem sitzen oder liegen kann. Besonders empfehlenswert sind Systeme mit doppelter Befestigung oder einer stabilen Anbindung an Isofix-Punkte. Der ADAC nennt vollvernähte Ösen, stabile Haken aus Metall, gute Passform und eine doppelte Befestigung als wichtige Merkmale.
Eine Befestigung am Halsband ist vollkommen ungeeignet. Die gesamte Kraft würde bei einem Unfall auf Hals und Nacken wirken.
Bewertung: mit geprüftem Geschirr und kurzer, stabiler Befestigung gutes Sicherheitsniveau.
Komfort: gut, weil der Hund Kontakt zu seinen Menschen behält und sitzen oder liegen kann.
Fazit: eine sehr brauchbare Lösung für Rückbank und Alltag, sofern nicht am Material gespart wird.
Die Rücksitzbarriere und die Sicherungsröhre
Rücksitzbarrieren, Netze und gepolsterte Röhren sehen teilweise nach einer besonders komfortablen Lösung aus. Der Hund wird von den Vordersitzen ferngehalten und bekommt einen scheinbar geschützten Bereich.
In der Praxis schneiden solche Systeme allein häufig schlecht ab. Eine Barriere verhindert möglicherweise die direkte Bewegung nach vorne, schützt aber kaum vor einem seitlichen Aufprall gegen die Türen. Eine weiche Transportröhre kann ebenfalls am Fahrzeug befestigt sein, ohne den Hund darin tatsächlich zurückzuhalten.
Der ADAC bewertete eine getestete Sicherungsröhre bei Brems- und Ausweichmanövern als ungeeignet, weil der Hund innerhalb des Systems ungebremst gegen die Fahrzeugverkleidung prallen konnte. Auch Rücksitzbarrieren wurden lediglich als mögliche Ergänzung angesehen.
Bewertung: allein geringes Sicherheitsniveau.
Komfort: optisch gemütlich, sicherheitstechnisch trügerisch.
Fazit: höchstens zusammen mit einem geeigneten Geschirr verwenden.
Meine persönliche Rangfolge
Die eine perfekte Lösung für jeden Hund und jedes Auto gibt es nicht. Ein Chihuahua benötigt ein anderes System als ein Berner Sennenhund, und in einem kleinen Dreitürer bestehen andere Möglichkeiten als in einem Land Rover Discovery.
Trotzdem lässt sich eine grundsätzliche Reihenfolge bilden.
Sehr empfehlenswert
Eine hochwertige, fest montierte Metall- oder Aluminiumbox in passender Größe bietet insbesondere für mittelgroße und große Hunde ein sehr gutes Sicherheitsniveau. Für kleine Hunde kann eine stabile, korrekt befestigte Kunststoffbox oder eine geprüfte Isofix-Transporttasche ebenfalls sehr sinnvoll sein.
Empfehlenswert
Ein geprüftes, gut sitzendes Auto-Sicherheitsgeschirr mit möglichst kurzer und stabiler doppelter Befestigung bietet eine gute Kombination aus Schutz, Komfort und Alltagstauglichkeit.
Nur als Ergänzung sinnvoll
Trenngitter, Schutzdecken, rutschfeste Matten, Körbchen und Hundeautositze erfüllen nützliche Aufgaben, reichen allein aber in der Regel nicht aus. Sie benötigen je nach Bauart eine zusätzliche Box oder ein geeignetes Geschirr.
Nicht empfehlenswert
Der frei laufende Hund auf Rückbank oder im Kofferraum, der Hund auf dem Schoß, eine Befestigung am Halsband sowie lose aufgestellte Boxen und einfache Stofftaschen ohne belastbare Fahrzeuganbindung sind keine sicheren Lösungen.
Sicherheit beginnt vor der ersten längeren Fahrt
Selbst die sicherste Box hilft wenig, wenn der Hund sie nur mit Stress, Tierarzt und geschlossenen Türen verbindet.
Die Gewöhnung sollte deshalb langsam erfolgen. Zunächst kann die Box zu Hause offen stehen und als Schlafplatz dienen. Danach folgen kurze Aufenthalte im stehenden Auto, anschließend kleine Fahrten und erst später längere Strecken.
Mit einem Geschirr funktioniert es ähnlich. Der Hund sollte es zunächst außerhalb des Autos kennenlernen. Anschließend wird die Befestigung im stehenden Fahrzeug ausprobiert, bevor die erste Fahrt beginnt.
Positive Verstärkung, Ruhe und kurze Übungseinheiten sind wesentlich sinnvoller als der Versuch, den Hund am Urlaubsmorgen erstmals in eine fremde Metallbox zu schieben und anschließend acht Stunden Autobahn zu fahren.
Das Sicherungssystem muss außerdem zum Hund passen. Scheuerstellen, eingeschränkte Atmung, zu enge Gurte oder eine schlechte Liegeposition sind keine Kleinigkeiten. Der Hund sollte stehen, sich drehen und entspannt liegen können, ohne während der Fahrt größere Wege zurücklegen zu können.
Urlaub bedeutet mehr als nur Anschnallen
Bei längeren Fahrten kommen einige weitere Punkte hinzu. Der Hund braucht regelmäßige Pausen, Wasser und die Möglichkeit, sich zu lösen und kurz zu bewegen. Futter sollte unmittelbar vor einer langen Fahrt nur zurückhaltend gegeben werden, wenn das Tier zu Übelkeit neigt.
Im Sommer ist eine gute Belüftung entscheidend. Ein Hund darf niemals im abgestellten Fahrzeug zurückbleiben, nur weil der Einkauf angeblich zwei Minuten dauert. Auch ein teilweise geöffnetes Fenster verhindert nicht zuverlässig, dass sich der Innenraum gefährlich aufheizt.
Gepäck und Hund müssen außerdem gemeinsam geplant werden. Es hilft wenig, den Hund in einer guten Box zu sichern und anschließend Koffer, Campingkocher und Werkzeug lose daneben zu stapeln. Auch diese Gegenstände müssen befestigt werden, damit sie bei einem Unfall nicht gegen Box oder Tier geschleudert werden.
Bei älteren, kranken oder sehr großen Hunden kann eine stabile Rampe sinnvoll sein. Sie schont Gelenke und Rücken und verhindert, dass der Hund bei jedem Ein- und Aussteigen aus großer Höhe springen muss.
Mehrere Hunde sollten jeweils einen klar definierten und gesicherten Platz erhalten. Zwei Tiere einfach gemeinsam in einen großen Kofferraum zu setzen, kann bei einem Unfall zusätzliche Verletzungen verursachen. Außerdem entsteht während langer Fahrten weniger Stress, wenn jeder Hund seinen eigenen Rückzugsbereich hat.
Was wir Tacker schuldig sind
Tacker wird vermutlich niemals verstehen, warum er im Auto gesichert werden muss. Aus seiner Sicht wäre die ideale Fahrt wahrscheinlich eine Mischung aus geöffnetem Fenster, freier Platzwahl und ständigem Zugriff auf sämtliche mitgeführten Lebensmittel.
Es ist aber nicht seine Aufgabe, die Risiken des Straßenverkehrs zu verstehen.
Es ist unsere.
Ein Hund steigt zu uns ins Auto, weil er uns vertraut. Er entscheidet weder über die Route noch über die Geschwindigkeit und kann auch nicht beurteilen, ob das günstige Geschirr aus dem Internet im Ernstfall tatsächlich hält.
Deshalb sollten wir die Sicherung nicht danach auswählen, ob sie hübsch aussieht, schnell montiert ist oder möglichst wenig Platz beansprucht. Entscheidend ist, ob sie zum Hund, zum Fahrzeug und zur tatsächlichen Nutzung passt.
Wer seinen Hund liebt, lässt ihn nicht ungesichert mitfahren. Das mag weniger romantisch aussehen als ein frei sitzender Tacker mit dem Kopf aus dem Fenster, ist aber die erheblich ehrlichere Form von Fürsorge.
Denn eine sichere Autofahrt beginnt nicht erst auf dem Weg in den Urlaub. Sie beginnt bei jeder geöffneten Fahrzeugtür, hinter der ein Hund darauf wartet, dass wir die richtige Entscheidung für ihn treffen.
Hunde im Auto
Die DrumTisch-Checkliste für sichere Fahrten mit Hund
Passendes System wählen: Größe und Gewicht des Hundes, Fahrzeugtyp, Fahrtdauer und verfügbare Befestigungspunkte berücksichtigen.
Geprüfte Qualität bevorzugen: Nach Crashtests, nachvollziehbaren Prüfnachweisen und stabiler Verarbeitung suchen. Es existiert keine allgemeine gesetzliche Prüfpflicht speziell für Tiersicherungssysteme; der ADAC empfiehlt deshalb, auf Crashtests oder Prüfungen wie DIN 75410-2 zu achten.
Box sicher befestigen: Auch eine gute Box muss mit dem Fahrzeug verbunden oder formschlüssig und sicher positioniert werden.
Geschirr richtig anpassen: Breite, gepolsterte Auflageflächen, stabile Nähte und Metallbeschläge wählen. Niemals am Halsband sichern.
Bewegungsweg begrenzen: Der Hund muss bequem sitzen und liegen können, darf aber nicht quer durch Rückbank oder Kofferraum laufen.
Schutzdecken richtig verstehen: Sie schützen Polster, ersetzen aber weder Geschirr noch Box.
Trenngitter ergänzen: Ein Gitter schützt vor allem die Insassen. Für den Hund sind Box oder zusätzliches Rückhaltesystem sinnvoll.
Langsam eingewöhnen: Box und Geschirr zunächst ohne Fahrt positiv kennenlernen lassen und die Strecken schrittweise verlängern.
Pausen einplanen: Auf langen Strecken Wasser, Bewegung und Ruhephasen ermöglichen.
Gepäck ebenfalls sichern: Koffer und Ausrüstung dürfen bei einem Unfall nicht gegen Hund oder Box geschleudert werden.
Hitze ernst nehmen: Den Hund niemals allein im abgestellten Fahrzeug zurücklassen.
Nach einem Unfall: Rettungskräfte auf das Tier hinweisen und einen verletzten oder verängstigten Hund nicht unkontrolliert aus dem Fahrzeug lassen.
Link zum Artikel: Hunde im Auto: Der Hund gehört zur Familie, im Auto gilt er trotzdem als Ladung
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