Eine Traumgarage kommt unter den Hammer: Die „Driver’s Philosophy Collection“ bei RM Sotheby’s

Moin liebe Gemeinde,
es gibt Auktionen, da werden Autos verkauft. Und dann gibt es Auktionen, da wirkt es eher so, als würde ein ganzes Kapitel moderner Hypercar-Geschichte aus einer privaten Garage herausgerollt und unter grelles Auktionslicht gestellt.
Genau darum geht es bei der „Driver’s Philosophy Collection“, die RM Sotheby’s im Rahmen der Monterey Car Week 2026 anbietet. Insgesamt 17 Fahrzeuge, geschätzt auf nahezu 40 Millionen US-Dollar, darunter Ferrari, Bugatti, Pagani, Aston Martin, McLaren, Porsche, Bentley, Ligier und sogar ein Volkswagen Type 2 Delivery Van. Also eine Sammlung, bei der man schon beim Lesen der Fahrzeugliste kurz überlegt, ob der eigene Autoschlüssel in der Hosentasche gerade aus Scham kleiner geworden ist.

Wichtig vorweg: RM Sotheby’s selbst präsentiert die Sammlung offiziell als „The Driver’s Philosophy Collection“ und nennt in der Pressemitteilung keinen Eigentümer. Die recherchierten Informationen ordnen die Sammlung jedoch Vince Zampella zu, dem Mitgründer von Infinity Ward und Respawn Entertainment, also einer der prägenden Figuren hinter Spielen wie Call of Duty, Titanfall, Apex Legends und Star Wars Jedi. Zampella starb im Dezember 2025 bei einem Unfall mit einem Ferrari 296 GTS.

Damit ist diese Auktion eben nicht nur ein Spektakel für Menschen, die bei „Carbon Monocoque“ leuchtende Augen bekommen.

Sie hat auch eine traurige Ebene. Denn hinter diesen Autos stand kein Investmentfonds mit Garagentor, sondern offenbar jemand, der Performance, Technik und das Fahren selbst wirklich ernst genommen hat.


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Eine Sammlung, die nicht nach Zufall aussieht

Manche Sammlungen sehen aus wie ein sehr teurer Warenkorb. Ein bisschen Ferrari, weil muss man haben, ein bisschen Porsche, weil stabil und ein bisschen Bugatti, weil Konto offenbar noch nicht ausgelastet genug war.

Diese Sammlung wirkt anders.

RM Sotheby’s beschreibt die „Driver’s Philosophy Collection“ als eine Art kuratierte Meisterklasse moderner Performance-Autos. Das klingt zunächst nach Auktionshaus-Sprache, also nach jener Sorte Text, bei der jedes Auto nicht fährt, sondern „eine Ära definiert“. Aber in diesem Fall ist der Begriff tatsächlich nicht völlig übertrieben. Denn hier stehen keine beliebigen Supersportwagen zusammen. Hier stehen Autos, die jeweils für eine bestimmte Idee stehen: Ferrari für den Saugmotor als Glaubensfrage, Bugatti für den letzten W16-Exzess, Pagani für Kunsthandwerk mit Straßenzulassung, Aston Martin für Formel-1-Wahnsinn mit Kennzeichen und McLaren für Leichtbau, Rennstrecke und diese britische Fähigkeit, Schönheit manchmal zugunsten von Aerodynamik einfach wegzuoptimieren.

Das Ergebnis ist keine klassische Oldtimer-Sammlung, sondern eher ein Momentaufnahme der modernen Hypercar-Ära. Eine Ära, in der Hersteller noch einmal zeigen wollten, was technisch möglich ist, bevor Elektrifizierung, Regulierungen, Emissionsziele und Vernunft endgültig die Tür eintreten.

Und Vernunft war in dieser Sammlung ganz offensichtlich nicht der alleinige Einkaufsberater.


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Der Ferrari Daytona SP3: Der gelbe Paukenschlag

Das teuerste und vermutlich prominenteste Auto der Sammlung ist der Ferrari Daytona SP3 aus dem Jahr 2023. RM Sotheby’s schätzt ihn auf 10 bis 12 Millionen US-Dollar. Der Daytona SP3 gehört zur exklusiven Ferrari-Icona-Serie, leistet 829 PS aus einem frei saugenden V12 und erinnert optisch an Ferraris legendären Dreifachsieg bei den 24 Stunden von Daytona 1967. Dieses Exemplar ist in Giallo Triplo Strato mit schwarzen Rennstreifen ausgeführt und hatte zum Zeitpunkt der Katalogisierung gerade einmal 227 Meilen gelaufen.

Das ist genau die Art Auto, bei der man sich fragt, ob man es überhaupt fahren darf oder ob schon das Anlassen eine Wertminderung in der Größenordnung eines Einfamilienhauses auslöst.

Aber genau darin liegt auch das Drama moderner Hypercars. Sie werden gebaut, um zu fahren. Danach werden sie gesammelt, eingelagert und mit Kilometerständen angeboten, die bei normalen Autos noch unter „Überführung“ laufen würden.

Der Daytona SP3 ist dabei vielleicht der reinste Ferrari in dieser Sammlung. Kein Turbo, kein stilles Understatement, kein „wir haben das aus praktischen Gründen so gelöst“. Sondern ein V12 hinter den Sitzen, eine Karosserie wie ein Comic aus Maranello und die klare Ansage: Ja, das ist unvernünftig. Genau deshalb existiert es.

Bugatti W16 Mistral: Der letzte große W16-Abschied

Wenn der Ferrari der emotionale Paukenschlag ist, dann ist der Bugatti W16 Mistral der industrielle Schlussakkord. Der Mistral ist der letzte straßenzugelassene Bugatti mit dem legendären W16-Quad-Turbo-Motor. Nur 99 Exemplare wurden gebaut. Dieses Fahrzeug ist in Italian Red über Nocturne ausgeführt, hat laut RM Sotheby’s 321 Meilen gelaufen und wird auf 7,5 bis 9,5 Millionen US-Dollar geschätzt.

Der W16 Mistral ist im Grunde das automobile Gegenstück zu einem letzten Feuerwerk. Man weiß, dass es nicht vernünftig ist. Man weiß, dass danach wahrscheinlich andere Zeiten kommen. Und trotzdem steht man da und schaut hin.

Bugatti hat mit dem W16 eine eigene Kategorie geschaffen. Nicht einfach schnell. Nicht einfach teuer. Sondern technisch so übertrieben, dass selbst Ingenieure anderer Marken vermutlich kurz mit dem Taschenrechner in der Hand still wurden.

Der Mistral bringt diese Ära als Roadster zu Ende. Offen, laut, selten und mit einer Höchstgeschwindigkeit, die mehr nach Luftfahrt als nach Straßenverkehr klingt. Wer dieses Auto kauft, kauft nicht einfach einen Bugatti. Er kauft das Schlusskapitel eines Motors, der wahrscheinlich nie wieder in dieser Form zurückkommt.

Pagani Huayra Roadster „Executor“: Kunstwerk mit Handschaltung

Dann steht da der Pagani Huayra Roadster „Executor“ aus dem Jahr 2024. Und hier wird es wirklich speziell.

Dieses Auto ist laut RM Sotheby’s ein One-off und der einzige Huayra Roadster mit einem werkseitig verbauten Siebengang-Xtrac-Schaltgetriebe. Dazu kommt ein 846 PS starker AMG-V12-Biturbo, eine Karosserie aus blau getöntem Sichtcarbon und ein Interieur in Black Mamba und Indaco Blu. Der Kilometerstand: nur 53 Meilen. Die Schätzung: 5 bis 7 Millionen US-Dollar.

Der Name „Executor“ spielt laut den recherchierten Unterlagen auf Darth Vaders Raumschiff aus Star Wars an. Das passt erstaunlich gut. Denn ein Pagani ist ohnehin nie einfach nur ein Auto. Ein Pagani ist immer auch Möbelstück, Skulptur, Maschinenbau, Schmuckkasten und ein klein wenig Science-Fiction für Menschen mit sehr belastbarer Kreditlinie.

Und dann auch noch mit Handschaltung.

In einer Zeit, in der viele Hypercars so tun, als sei der Fahrer eher eine variable Störgröße im System, wirkt ein manueller Pagani fast rebellisch. Nicht schneller, nicht effizienter, nicht leichter zu vermarkten. Aber echter. Mechanischer. Näher dran.

Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem der Name der Sammlung am meisten Sinn ergibt: Driver’s Philosophy. Nicht nur besitzen. Fahren. Bedienen. Erleben.

Aston Martin Valkyrie Spider: Formel 1 mit sehr dünner Alltagstauglichkeit

Der Aston Martin Valkyrie Spider ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen man sich fragt, an welcher Stelle während der Entwicklung eigentlich jemand gesagt hat: „Das können wir doch nicht wirklich für die Straße bauen.“ Und dann hat offenbar jemand anderes geantwortet: „Doch.“

Der Valkyrie Spider entstand in Zusammenarbeit mit Red Bull Racing Advanced Technologies, besitzt einen hybridunterstützten Cosworth-V12 mit insgesamt 1.140 PS und gehört zu den radikalsten straßenzugelassenen Hypercars der Gegenwart. Dieses Exemplar ist eines von nur 85 gebauten Fahrzeugen, hat laut RM Sotheby’s 85 Meilen gelaufen und wird auf 3,75 bis 4,25 Millionen US-Dollar geschätzt.

Das ist kein Auto, mit dem man entspannt zum Bäcker fährt. Oder genauer gesagt: Man kann es vermutlich tun, aber der Bäcker, die Nachbarn und die eigene Bandscheibe werden danach eine Meinung dazu haben.

Der Valkyrie ist weniger Grand Tourer als Straßenprototyp. Ein Auto, das nicht aussieht, als sei es gezeichnet worden, sondern als hätte der Windkanal es aus einem Stück Wut geschnitzt.

McLaren: Das eigentliche Herz der Sammlung

So beeindruckend Ferrari, Bugatti, Pagani und Aston Martin sind: Das Herz dieser Sammlung schlägt ganz klar bei McLaren.

RM Sotheby’s selbst beschreibt McLaren als den Kern der „Driver’s Philosophy Collection“. Und wenn man die Liste sieht, versteht man warum: Solus GT, P1 GT by Lanzante, Senna GTR, Elva, 765LT Spider und gleich zwei Artura GT4. Das ist keine zufällige McLaren-Beimischung. Das ist eine Liebeserklärung an Woking mit Carbonverpackung.

Der McLaren P1 GT by Lanzante ist dabei eines der spannendsten Fahrzeuge. Er basiert auf dem P1 GTR und wurde von Lanzante für die Straße umgebaut. Optisch lehnt er sich an den legendären McLaren F1 GT Longtail an, technisch kombiniert er einen Hybridantrieb mit 986 PS und exklusiver Longtail-Karosserie. Die Schätzung liegt bei 3 bis 3,5 Millionen US-Dollar.

Der McLaren Solus GT wiederum sieht aus, als sei er aus einem Videospiel herausgefallen. Was bei der Vorgeschichte des mutmaßlichen Sammlers fast schon zu passend ist. Das Fahrzeug ist auf 25 Exemplare limitiert, dieses Exemplar trägt laut den beigefügten Unterlagen die Nummer 20 von 25 und wird auf 2,5 bis 3 Millionen US-Dollar geschätzt.

Der McLaren Senna GTR ist die noch radikalere Track-Version des ohnehin nicht gerade schüchternen Senna. Laut den Unterlagen handelt es sich um Fahrzeug Nummer 44 von 75, mit 2.637 Kilometern Laufleistung und einer Schätzung von 1,1 bis 1,4 Millionen US-Dollar.

Dann gibt es den McLaren Elva, offen, kompromisslos und inspiriert von klassischen McLaren-Rennwagen. Laut Unterlagen ist er auf 149 Exemplare limitiert und wird auf 1,2 bis 1,5 Millionen US-Dollar geschätzt.

Und für den Alltag, falls man diesen Begriff bei McLaren überhaupt verwenden möchte, steht noch ein McLaren 765LT Spider in der Sammlung. Nummer 748 von 765, geschätzt auf 500.000 bis 600.000 US-Dollar.

Dazu kommen zwei McLaren Artura GT4, beide laut den Unterlagen mit Trophy Evo Package und Bezug zur Pirelli GT4 America Championship. Geschätzt werden sie jeweils auf 150.000 bis 200.000 US-Dollar. Das sind im Umfeld dieser Sammlung fast schon die vernünftigen Autos. Was natürlich ein Satz ist, der außerhalb einer Hypercar-Auktion sofort medizinisch abgeklärt werden müsste.

Bugatti Chiron Sport: Carbon, W16 und kein Bedarf an Bescheidenheit

Neben dem Mistral steht auch ein Bugatti Chiron Sport aus dem Jahr 2019 in der Sammlung. Laut den Unterlagen ist er auf 60 Exemplare limitiert, trägt eine Karosserie aus Gunpowder Grey Carbon Fiber mit Italian Red Akzenten und wird auf 3 bis 3,5 Millionen US-Dollar geschätzt.

Der Chiron Sport ist so ein Auto, bei dem man sich kaum noch mit klassischen Kategorien aufhalten muss. Sportwagen? Hypercar? Technologieträger? Eigentumswohnung mit vier Turboladern?

Ja.

Bugatti hat mit dem Chiron nicht einfach den Veyron ersetzt, sondern das Konzept des vollkommen übertriebenen Hochgeschwindigkeits-Luxus weiter verfeinert. Der Sport bringt dazu noch mehr Fokus, mehr Schärfe und mehr Carbon. Weil ein normaler Chiron offenbar noch nicht genug Signalwirkung hatte.

Ligier JS P320: Der ehrliche Rennwagen im Millionenclub

Zwischen all den Hypercars steht auch ein 2020 Ligier JS P320. Ein Rennwagen nach LMP3-Reglement, angetrieben von einem 630 PS starken V8 von Katech. Die Schätzung liegt laut Unterlagen bei 80.000 bis 120.000 US-Dollar.

Das wirkt in dieser Sammlung fast bescheiden. Aber genau das macht ihn interessant. Der Ligier ist kein Luxusobjekt mit Lederoptionen und Sammlerplakette. Er ist ein Rennwerkzeug. Ein Auto, das nicht fragt, ob die Sitznaht zur Außenfarbe passt, sondern ob du den Bremspunkt triffst.

In einer Sammlung mit Millionen-Hypercars zeigt der Ligier vielleicht am deutlichsten, dass es hier nicht nur um Status ging. Rennstrecke war offenbar nicht Dekoration. Sie war Teil des Konzepts.

Bentley Continental GT V8 S: Der violette Gentleman

Und dann steht da noch ein Bentley Continental GT V8 S aus dem Jahr 2024 in Lilac Frost. Laut den beigefügten Informationen beläuft sich allein der Wert der Optionen auf rund 100.000 US-Dollar, geschätzt wird der Wagen insgesamt auf 175.000 bis 225.000 US-Dollar.

Das ist in dieser Sammlung der Grand Tourer. Also das Auto für den Moment, in dem man nach Valkyrie, Solus GT und Senna GTR vielleicht doch einmal daran erinnert wird, dass Federung keine Schwäche ist.

Ein violetter Bentley ist natürlich auch eine Ansage. Nicht aggressiv wie ein McLaren. Nicht dramatisch wie ein Pagani. Sondern eher: Ich könnte sehr schnell fahren, aber ich muss niemandem mehr etwas beweisen.

Porsche 911 European RS und Cayman S: Die bodenständigen Ausreißer

Die Sammlung enthält auch zwei Porsche, die auf den ersten Blick fast unauffällig wirken. Bis man genauer hinsieht.

Der 1972 Porsche 911 European RS by Thornley Kelham ist eines von nur 15 gebauten Exemplaren dieser Neuinterpretation. Laut den Unterlagen hat er etwas mehr als 400 Kilometer gelaufen und wird auf 450.000 bis 650.000 US-Dollar geschätzt.

Ein klassischer 911 ist ohnehin nie nur ein Auto. Er ist Glaubensrichtung, Designschule und Stammtischbeschleuniger in einem. In dieser Form, neu aufgebaut und streng limitiert, wird daraus ein Sammlerstück für Menschen, die zwischen Originalität, Perfektion und Restomod-Philosophie nicht sofort nervös werden.

Der 2010 Porsche Cayman S ist dagegen die Überraschung im unteren Preisbereich. Ursprünglich in Meteor Grey Metallic, später mit Private Pavement #4 Racing Livery, geschätzt auf 30.000 bis 60.000 US-Dollar und mit 54.639 Kilometern auf dem Tacho.

Und genau deshalb mag ich ihn. Zwischen all den Millionengeräten steht ein Cayman, der offensichtlich tatsächlich bewegt wurde. Ein Auto, das nicht nur gesammelt, sondern benutzt wurde. In dieser Runde ist das fast schon Punk.

Volkswagen Type 2 Delivery Van: Der sympathischste Außenseiter

Zum Schluss gibt es noch den 1963 Volkswagen Type 2 Delivery Van, auch bekannt als Kombi. Laut Unterlagen befindet er sich in sehr gutem Zustand und wird auf 30.000 bis 60.000 US-Dollar geschätzt.

Und mal ehrlich: Das ist vielleicht das charmanteste Fahrzeug der ganzen Sammlung.

Nicht das schnellste. Nicht das teuerste und nicht das seltenste im Hypercar-Sinne. Aber wahrscheinlich das Auto, vor dem die meisten Menschen stehen bleiben und lächeln.

Zwischen Ferrari Daytona SP3, Bugatti Mistral und Pagani Huayra Roadster wirkt dieser VW Bus wie der Typ auf einer Gala, der in Sneakern kommt und trotzdem sofort sympathisch ist.

Er zeigt auch, dass eine gute Sammlung nicht nur aus Eskalation bestehen muss. Sie braucht Kontraste. Denn erst durch den VW Bus wird klar, dass hier nicht nur Leistung gesammelt wurde, sondern automobile Persönlichkeit.

Die 17 Fahrzeuge der „Driver’s Philosophy Collection“ im Überblick

FahrzeugBesonderheitSchätzung
2023 Ferrari Daytona SP3Icona-Serie, V12, 829 PS, 227 Meilen10 bis 12 Mio. USD
2025 Bugatti W16 Mistralletzter straßenzugelassener Bugatti W16, 99 Stück7,5 bis 9,5 Mio. USD
2024 Pagani Huayra Roadster „Executor“One-off, einziger Huayra Roadster mit Werks-Handschaltung5 bis 7 Mio. USD
2024 Aston Martin Valkyrie Spider1 von 85, Cosworth-V12-Hybrid, 1.140 PS3,75 bis 4,25 Mio. USD
2014 McLaren P1 GT by Lanzantestraßenzugelassener P1-GTR-Umbau, Longtail-Inspiration3 bis 3,5 Mio. USD
2019 Bugatti Chiron Sport1 von 60, Carbon-Karosserie mit roten Akzenten3 bis 3,5 Mio. USD
2025 McLaren Solus GT1 von 25, Track-only, Science-Fiction auf Rädern2,5 bis 3 Mio. USD
2020 McLaren Senna GTRTrack-Version, Nummer 44 von 751,1 bis 1,4 Mio. USD
2021 McLaren Elvaoffene Speedster-Ikone, 149 Stück1,2 bis 1,5 Mio. USD
2022 McLaren 765LT SpiderNummer 748 von 765500.000 bis 600.000 USD
2023 McLaren Artura GT4Rennfahrzeug mit Trophy Evo Package150.000 bis 200.000 USD
2023 McLaren Artura GT4zweites Exemplar, ebenfalls Trophy Evo150.000 bis 200.000 USD
2020 Ligier JS P320LMP3-Rennwagen, 630-PS-V880.000 bis 120.000 USD
2024 Bentley Continental GT V8 SLilac Frost, umfangreiche Sonderausstattung175.000 bis 225.000 USD
1972 Porsche 911 European RS by Thornley Kelham1 von 15, Restomod-Klassiker450.000 bis 650.000 USD
2010 Porsche Cayman SPrivate Pavement #4 Livery, 54.639 km30.000 bis 60.000 USD
1963 Volkswagen Type 2 Delivery Vanklassischer Kombi, sympathischer Außenseiter30.000 bis 60.000 USD

Eine Traumgarage kommt unter den Hammer: Die „Driver’s Philosophy Collection“ bei RM Sotheby’s
Eine Traumgarage kommt unter den Hammer: Die „Driver’s Philosophy Collection“ bei RM Sotheby’s

Driver’s Philosophy Collection, warum diese Auktion mehr ist als eine Verkaufsliste

Natürlich kann man diese Auktion rein über Zahlen lesen. 40 Millionen Dollar. 17 Fahrzeuge. Ein Ferrari für bis zu 12 Millionen. Ein Bugatti für fast 10 Millionen. Ein Pagani mit Handschaltung, bei dem vermutlich schon der Schaltknauf mehr Aufmerksamkeit bekommt als anderswo der ganze Innenraum.

Aber das wäre zu einfach.

Interessant ist diese Sammlung, weil sie einen bestimmten Moment einfängt. Die letzten großen Verbrenner-Exzesse. Den W16-Abschied. Die V12-Ikonen. Die Track-only-Fantasien. Die Zeit, in der Hersteller noch einmal alles gezeigt haben, bevor die automobile Welt leiser, elektrischer und vermutlich auch vernünftiger wird.

Und ja, vernünftiger ist nicht automatisch schlechter.

Aber wer einen Ferrari Daytona SP3 hört, einen Pagani Huayra Roadster mit manueller Schaltung sieht oder sich einen Bugatti W16 Mistral als offenen Schlussakkord einer Motorenära anschaut, der merkt schon: Hier endet etwas.

Nicht das Auto, nicht die Leidenschaft und nicht die Faszination.

Aber ein bestimmter Ton, ein bestimmter Wahnsinn und gewiss ein bestimmtes mechanisches Theater.

Der bittere Beigeschmack

Bei aller Begeisterung muss man sagen: Diese Auktion ist nicht nur glamourös. Sie ist auch traurig.

Es kommt hier die Sammlung eines Mannes auf den Markt, der in der Gaming-Welt enorme Spuren hinterlassen hat und zugleich offensichtlich eine echte Verbindung zu Autos hatte. Nicht nur als Sammler, sondern auch als Fahrer.

Gerade deshalb sollte man diesen Verkauf nicht nur als großes Hypercar-Schaufenster sehen. Hinter jedem dieser Fahrzeuge stand eine persönliche Entscheidung. Ein Geschmack. Eine Idee. Vielleicht auch eine Erinnerung.

Am Ende wechseln diese Autos den Besitzer. Aber eine gute Sammlung verliert dadurch nicht automatisch ihre Geschichte. Sie wird nur weitergegeben.

Und wer auch immer am Ende den Zuschlag bekommt, sollte sich hoffentlich an den Namen der Sammlung erinnern: Driver’s Philosophy Collection oder insbesondere Driver’s Philosophy.

Nicht nur besitzen sondern FAHREN, ERLEBEN und BEWAHREN.

Denn Autos wie diese wurden nicht gebaut, damit sie unter Stoffhauben altern und in klimatisierten Hallen auf bessere Marktpreise warten.

Auch wenn genau das wahrscheinlich mit einigen passieren wird.

Aber gut, ganz ohne Sarkasmus geht es hier nicht. Wenn ein Auto sieben Millionen Dollar kostet und 53 Meilen gelaufen ist, hat es streng genommen bisher weniger Lebenserfahrung gesammelt als eine Mülltonne in der Garage.

Fazit: Ein rollendes Museum der letzten großen Hypercar-Jahre

Die „Driver’s Philosophy Collection“ ist eine der spannendsten Sammlungen moderner Performance-Autos, die in den letzten Jahren öffentlich angeboten wurden.

Nicht, weil sie einfach teuer ist.

Sondern weil sie zeigt, wie unterschiedlich Hersteller Leistung interpretieren können. Ferrari über Emotion und Saugmotor. Bugatti über technische Übermacht. Pagani über Kunst und Mechanik. Aston Martin über Renntechnik am Rand der Straßenzulassung. McLaren über Leichtbau, Track-Fokus und radikale Ingenieurslogik. Porsche über Präzision. Bentley über Grand Touring. Und Volkswagen über den Beweis, dass Charakter manchmal keine 1.000 PS braucht.

Diese Sammlung ist damit mehr als ein Verkaufsangebot.

Sie ist ein Abschiedsgruß an eine Ära, in der Autos noch laut, kompliziert, unvernünftig und wunderbar übertrieben sein durften.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sie uns so fasziniert.

Nicht, weil wir alle so ein Auto kaufen können.

Sondern weil wir verstehen, warum jemand es wollte.

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