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Elektromobilität & Batterien

Die teuersten Elektroautos oder Strom für Millionen

4,4 Millionen Euro für ein Elektroauto ohne Dach, mehr als 2.000 PS und Beschleunigungswerte, bei denen zwei Sekunden bereits langsam wirken: Am oberen Ende der Elektromobilität gelten andere Regeln. Wir zeigen zehn der teuersten elektrischen Automobile und Projekte der Welt – und erklären, warum diese millionenschweren Exoten weit mehr sind als Spielzeug für sehr reiche Menschen.

Die teuersten Elektroautos oder Strom für Millionen
Die teuersten Elektroautos oder Strom für Millionen

Zehn der teuersten Elektroautos der Welt. Was passiert, wenn Geld, Leistung und Vernunft plötzlich getrennte Wege gehen

Bei Elektroautos reden wir meistens über dieselben Dinge:
Reichweite, Ladezeit, Verbrauch, Förderung.
Vielleicht noch darüber, ob 400 Kilometer genügen oder ob es doch 600 sein müssen, damit der Familienurlaub nicht bereits an der ersten Autobahnraststätte zur existenziellen Krise wird.

Es gibt allerdings eine Gegend der Elektromobilität, in der solche Diskussionen merkwürdig klein wirken. Dort kostet ein Auto nicht 40.000 oder 80.000 Euro, sondern zwei, drei oder sogar fast fünf Millionen. Es werden keine Produktionsjahre geplant, sondern zehn Exemplare. Dort kauft man kein Fahrzeug aus einem Konfigurator, sondern bespricht mit Designern, welche Lederfarbe, welches Carbongewebe und welche Lackschicht zu einem Auto passen, das der Nachbar ziemlich sicher niemals ebenfalls besitzen wird.

Willkommen in der vielleicht absurdesten Ecke der Elektromobilität.

Hier geht es nicht um Sparsamkeit, sondern um Überfluss, nicht um vernünftige Mobilität, sondern um technische Grenzerfahrungen. Vier Elektromotoren wirken beinahe gewöhnlich, 1.000 PS wie ein Einstieg und Beschleunigungswerte um zwei Sekunden wie eine Art höfliche Mindestanforderung.

Interessanterweise zeigen gerade diese Autos, wie weit sich das Elektroauto inzwischen von seinem ursprünglichen Image entfernt hat. Vor kaum zwanzig Jahren war ein Elektrofahrzeug entweder ein merkwürdiges Forschungsprojekt oder etwas für Menschen, die sehr ernst über Energieeffizienz sprachen. Heute gibt es elektrische Automobile, für deren Kaufpreis man in manchen deutschen Städten noch immer ein anständiges Mehrfamilienhaus bekommt.

Wir haben uns deshalb zehn der teuersten elektrisch angetriebenen Autos angesehen, für die veröffentlichte Preise existieren. Keine absolute Weltrangliste, denn dafür sind Währungen, Steuern, Sonderanfertigungen und Verfügbarkeit zu unterschiedlich. Eher eine Reise durch eine Welt, in der das Wort „teuer“ irgendwann seine Bedeutung verliert.

Die Millionenliga im Überblick

ModellVeröffentlichter PreisDas Besondere
Automobili Pininfarina B95ab 4,4 Mio. €offene Hyper-Barchetta, zehn Exemplare
Aspark Owlrund 2,9 Mio. €japanisch-italienischer Elektroextremist
Pininfarina Battista Anniversarioab 2,6 Mio. €nur fünf Fahrzeuge
Hispano Suiza Carmen Sagrerarund 2,5 Mio. € vor Steuern1.114 PS, spanische Handarbeit
Lotus Evijaursprünglich 2,0 Mio. £ zzgl. Abgaben2.039 PS
Rimac Nevera Rab rund 2,3 Mio. €430 km/h, 2.107 hp
DEUS Vayannerund 2,0 Mio. US-$*angekündigtes Projekt
NIO EP91,48 Mio. US-$historischer Preis, Rennstreckenauto
McMurtry Spéirling Pureab 995.000 £ zzgl. Steuernaktiver Fan-Abtrieb
Drako GTEab 1,25 Mio. US-$*vier Sitze und vier Motoren

* veröffentlichter beziehungsweise historischer Preis; keine Aussage über heutige Bestellbarkeit.

Die Reihenfolge sollte man dabei nicht mit dem Taschenrechner verteidigen wollen. Zwei Millionen britische Pfund bewegen sich je nach Wechselkurs gefährlich nah an 2,3 Millionen Euro, und ein Preis „vor Steuern“ ist etwas anderes als ein europäischer Endpreis. Die Liste erzählt deshalb keine Geschichte über den letzten Euro, sondern über die erstaunliche Größenordnungen.

Pininfarina B95 – 4,4 Millionen Euro und kein Dach

Beginnen wir oben. Dort steht ein Auto, bei dem zunächst auffällt, was man für 4,4 Millionen Euro alles nicht bekommt.

Zum Beispiel ein Dach.

Und eigentlich auch keine klassische Windschutzscheibe.

Der Automobili Pininfarina B95 ist eine elektrische Barchetta, also jene besonders puristische Form eines offenen Sportwagens, bei der Wetter bestenfalls als persönliche Herausforderung verstanden wird. Nur zehn Exemplare wurden angekündigt, jedes davon soll gemeinsam mit seinem Besitzer individualisiert werden.

Dahinter steckt allerdings keine nostalgische Spielerei. Die technische Basis ist brutal modern: 120 kWh Batterie, vier Elektromotoren, 1.400 kW beziehungsweise rund 1.900 PS und eine Beschleunigung auf 60 mph (x 1,6 = 96,56 km/h) in weniger als zwei Sekunden. Mehr als 300 km/h sollen möglich sein, geladen werden kann mit bis zu 270 kW.

Vielleicht ist das der schönste Widerspruch dieses Autos. Es besitzt genug Elektronik, Leistung und Batterietechnik, um wie ein Fahrzeug aus einer ziemlich fernen Zukunft zu wirken, während die Grundidee aus einer Zeit stammt, in der Rennfahrer mit Lederkappe und Fliegerbrille unterwegs waren.

Und falls 4,4 Millionen Euro noch zu gewöhnlich erscheinen: Für den Batman-inspirierten B95 Gotham wurden sogar 4,9 Millionen Euro genannt. Er bleibt hier trotzdem Teil derselben Modellfamilie und bekommt deshalb keinen eigenen Tabellenplatz.

Aspark Owl – wenn 1.900 PS noch nicht dramatisch genug klingen

Der Name klingt beinahe niedlich, die Eule.

Das Auto weniger.

Der japanische Hersteller Aspark entwickelte den Owl mit dem erklärten Ziel, in Bereiche vorzudringen, in denen Beschleunigung kaum noch als automobile Eigenschaft, sondern eher als physikalischer Zwischenfall wahrgenommen wird. Gebaut wird (beziehungsweise wurde) der Wagen in Italien, ursprünglich waren 50 Exemplare vorgesehen, der veröffentlichte Preis lag bei rund 2,9 Millionen Euro.

Die aktuellen technischen Angaben sind entsprechend unbescheiden: 1.456 kW beziehungsweise annähernd 2.000 PS, vier Elektromotoren und eine 69-kWh-Batterie. Die 100-km/h-Marke soll mit Rollout nach 1,78 Sekunden fallen, als Spitzenwert nennt Aspark 413 km/h, wobei Straßenfahrzeuge auf 350 km/h begrenzt werden.

Das Faszinierende am Owl ist dabei nicht einmal die Geschwindigkeit, sondern die Diskrepanz zwischen Batteriegröße und Leistung. Während Familien-Elektroautos inzwischen 80 oder 100 kWh mit sich herumtragen, genügt diesem beinahe 2.000 PS starken Geschoss ein vergleichsweise kleiner Energiespeicher. Schließlich lautet die Aufgabe nicht, entspannt von Hamburg nach München zu rollen.

Sie lautet offenbar, München möglichst schon erreicht zu haben, bevor der Hamburger Kaffee kalt geworden ist.

Battista Anniversario – fünf Autos für eine ganze Firmengeschichte

Der Battista Anniversario nimmt eine andere Abzweigung.

Auch hier arbeiten vier Elektromotoren, auch hier stehen rund 1.900 PS bereit, doch Automobili Pininfarina versucht gar nicht erst, daraus einen nackten Zahlenwettbewerb zu machen. Der Battista ist ein Hyper-GT und die auf fünf Exemplare begrenzte Anniversario-Ausführung wurde als rollende Hommage an 90 Jahre Pininfarina aufgelegt.

Preis: ab 2,6 Millionen Euro.

Die technischen Daten sind trotzdem nicht gerade zurückhaltend. 120 kWh, 476 Kilometer WLTP, 350 km/h und 1,86 Sekunden von null auf 100 km/h in der heutigen Battista-Spezifikation.

Der Battista ist damit vielleicht das Auto in dieser Liste, das am deutlichsten zeigt, was aus dem Elektroantrieb im Luxussegment geworden ist. Niemand muss hier mehr erklären, dass Batterien auch Leistung können, die Diskussion ist längst weitergezogen.

Es geht um Leder, um Lack, um Herkunft und darum, dass vier andere Menschen auf der Welt dasselbe Sondermodell besitzen, aber bitte keines, das genauso aussieht.

Hispano Suiza Carmen Sagrera – eine spanische Oper ohne Auspuff

Hispano Suiza gehört zu jenen Namen, bei denen Automobilhistoriker leicht glänzende Augen bekommen. Einst baute die Marke einige der extravagantesten Luxuswagen Europas und verschwand anschließend für Jahrzehnte weitgehend aus der automobilen Gegenwart.

Heute ist sie wieder da, elektrisch und keineswegs schüchtern.

Der Carmen Sagrera kostet rund 2,5 Millionen Euro vor Steuern und leistet 820 kW beziehungsweise 1.114 PS. Vier Motoren treiben ungewöhnlicherweise ausschließlich die Hinterräder an, während eine 103-kWh-Batterie bis zu 480 Kilometer WLTP ermöglichen soll. Von null auf 100 km/h vergehen nach Herstellerangaben 2,6 Sekunden.

Das klingt in dieser Gesellschaft fast vernünftig.

Vielleicht liegt gerade darin der Reiz des Sagrera. Er versucht nicht, jede Zahl dieser Liste zu gewinnen, er will ein Hispano Suiza sein: dramatisch, selten, handwerklich und ein wenig eigenwillig.

Eine elektrische Oper, bei der niemand den Auspuff vermisst, weil man gerade damit beschäftigt ist, den Preis zu verdauen.

Lotus Evija – die britische Antwort auf die Frage, die niemand gestellt hatte

Lotus stand jahrzehntelang für einen beinahe asketischen Gedanken: Leistung ist schön, aber geringes Gewicht ist schöner.

Dann kam der Evija, mit vier Elektromotoren, einer großen Batterie und 2.039 PS.

Man könnte meinen, Colin Chapman würde irgendwo unruhig werden, doch Lotus hat versucht, den alten Leichtbaugedanken zumindest innerhalb der völlig verrückten Hypercar-Welt weiterzuführen. Der ursprünglich veröffentlichte Preis lag bei rund zwei Millionen britischen Pfund zuzüglich Steuern und Abgaben, maximal 130 Fahrzeuge waren vorgesehen.

Interessanterweise führt Lotus den Evija auch 2026 weiterhin offiziell und nennt inzwischen sehr konkrete Serienwerte: 91 kWh Batterie, 1.500 kW beziehungsweise 2.039 PS, 314 Kilometer WLTP, unter drei Sekunden auf 100 km/h und elektronisch begrenzte 350 km/h.

314 Kilometer Reichweite wirken neben manchen Familien-Elektroautos fast bescheiden. Aber vermutlich fragt niemand nach 314 Kilometern, wenn das Auto schon nach weniger als drei Sekunden Tempo 100 erreicht.

Rimac Nevera R – der elektrische Sturm wird noch schneller

Wenn Elektro-Hypercars eine natürliche Heimat haben, dann vermutlich irgendwo zwischen Kroatien und völliger physikalischer Übertreibung.

Rimac hat mit dem Nevera bereits gezeigt, wie absurd schnell ein straßenzugelassenes Elektroauto werden kann. Beim Nevera R wurde anschließend offenbar beschlossen, dass absurd noch Luft nach oben besitzt.

2.107 hp, 108 kWh Batterie, 1,72 Sekunden auf 100 km/h und 430 km/h Höchstgeschwindigkeit unter Herstelleraufsicht. Nur 40 Exemplare sollen entstehen, der Preis wurde mit rund 2,3 Millionen Euro angegeben.

Bei 430 km/h legt ein Fahrzeug in einer einzigen Sekunde fast 120 Meter zurück. Das ist ungefähr die Länge eines Fußballfeldes.

Pro Sekunde!

Vielleicht erklärt das besser als jede PS-Angabe, in welcher Welt wir uns hier bewegen.

Der Nevera R ist kein Auto, das beweisen muss, dass Elektromobilität alltagstauglich ist. Er beweist etwas viel Unsinnigeres und gerade deshalb Faszinierendes: dass der elektrische Antrieb inzwischen auch dort angekommen ist, wo Vernunft ausdrücklich unerwünscht ist.

DEUS Vayanne – zwei Millionen Dollar für ein Versprechen

Beim österreichischen DEUS Vayanne müssen wir einen deutlichen Stern anbringen.

Der Wagen wurde gemeinsam mit Italdesign und Williams Advanced Engineering als seriennahes Elektro-Hypercar entwickelt. Geplant waren 99 Exemplare und erste Auslieferungen ab 2025. Als Zielwerte wurden rund 1.650 kW, mehr als 400 km/h und weniger als 1,99 Sekunden auf 100 km/h kommuniziert.

Als Preis kursieren ungefähr zwei Millionen US-Dollar. Anders als bei Pininfarina, Rimac oder McMurtry finde ich jedoch keinen ebenso belastbaren aktuellen Beleg dafür, dass die ursprünglich angekündigte Kundenserie inzwischen tatsächlich in dieser Form ausgeliefert wird.

Deshalb gehört der Vayanne in diese Geschichte, aber in eine andere Schublade. Er zeigt nämlich eine weitere Eigenart des Hypercar-Marktes: Manchmal kauft man für zwei Millionen nicht nur Carbon, Batterie und Elektromotoren. Man kauft zunächst eine Idee.

Ob daraus anschließend tatsächlich 99 Autos entstehen, entscheidet dann die Realität.

NIO EP9 – bevor NIO SUVs baute, baute NIO Wahnsinn

Heute kennt man NIO vor allem als chinesischen Hersteller hochwertiger Elektrofahrzeuge mit Batteriewechselstationen und großen Limousinen oder SUVs.

Der EP9 stammt aus einer anderen Welt.

2017 kündigte NIO den elektrischen Supersportwagen für 1,48 Millionen US-Dollar an. Sechs Fahrzeuge waren zunächst für Investoren entstanden, zehn weitere sollten individuell auf Bestellung gebaut werden.

Straßenzugelassen war der EP9 dabei nicht. Er war ein technologisches Schaufenster, ein Rennstreckenauto und vor allem eine ziemlich laute Ansage eines damals noch jungen chinesischen Unternehmens, obgleich ein Elektroauto bekanntlich gar nicht besonders laut sein muss.

Vier Motoren, zusammen rund ein Megawatt Leistung, Wechselbatterien und spektakuläre Rundenrekorde machten ihn zu einem frühen Symbol dafür, dass der Aufstieg chinesischer Elektrohersteller nicht ausschließlich über günstige Kleinwagen stattfinden würde.

Rückblickend wirkt der EP9 fast wie eine Visitenkarte, nur eben eine für 1,48 Millionen Dollar.

McMurtry Spéirling Pure – eine Million Pfund für einen Staubsauger mit Führerschein

Mein persönlicher Sonderling dieser Liste heißt McMurtry Spéirling Pure.

Das Auto sieht aus, als habe jemand einen Le-Mans-Prototyp zu heiß gewaschen. Es ist winzig, einsitzig und für die Rennstrecke gedacht. Sein wirklich außergewöhnliches Detail sitzt allerdings unter dem Auto.

Ventilatoren saugen den Wagen regelrecht an den Asphalt.

Dadurch entsteht massiver Anpressdruck bereits im Stand, ganz ohne Fahrtwind. McMurtry hat das Prinzip inzwischen so weit getrieben, dass ein Prototyp demonstrativ kopfüber fahren konnte. Ja, kopfüber.

Der aktuelle Spéirling Pure kostet 995.000 Pfund zuzüglich Steuern, Transport und Optionen. Die Serienproduktion läuft seit 2026, der Hersteller spricht inzwischen von den letzten verfügbaren Bauplätzen. Die finale Spezifikation umfasst 1.000 bhp, eine 100-kWh-Batterie, etwa 305 km/h und 1,55 Sekunden von null auf 60 mph mit One-Foot-Rollout.

Damit ist er das vielleicht ehrlichste Auto dieser Liste, er tut gar nicht erst so, als wäre er vernünftig.

Drako GTE – falls vier Sitze plötzlich als Bodenständigkeit gelten

Und schließlich der Drako GTE.

Mitten zwischen all den einsitzigen Rennstreckenwaffen, offenen Millionen-Barchettas und zweisitzigen Hypercars besitzt dieses Auto tatsächlich vier vollwertige Plätze.

Fast könnte man „Familienauto“ sagen, man sollte es nur nicht übertreiben.

Vier Elektromotoren leisten zusammen 1.200 hp, die 90-kWh-Batterie speist ein System mit individueller Leistungssteuerung an jedem Rad, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 206 mph beziehungsweise rund 332 km/h. Drako führt den GTE technisch weiterhin auf seiner Website.

Der veröffentlichte Preis lag bei 1,25 Millionen Dollar, ursprünglich waren lediglich 25 Fahrzeuge vorgesehen.

Ob diese Serie vollständig ausgeliefert wurde, lässt sich öffentlich nicht sauber nachvollziehen, weshalb auch hier der Preis eher ein historischer Orientierungspunkt als ein heutiges Händlerangebot ist.

Aber vielleicht ist das ohnehin nebensächlich, wer nach dem Wocheneinkauf mit 1.200 PS nach Hause fährt, hat wahrscheinlich andere Prioritäten.

Was diese Autos eigentlich erzählen

Man könnte diese Liste einfach als Zirkus für Milliardäre abtun, das wäre nicht einmal völlig falsch.

Niemand benötigt 2.000 PS, niemand braucht 430 km/h und vermutlich verbessert sich kein menschliches Leben entscheidend dadurch, dass ein Auto 1,7 statt 2,3 Sekunden auf Tempo 100 benötigt.

Trotzdem erzählen diese Fahrzeuge etwas Interessantes über Elektromobilität. Der Elektroantrieb musste lange beweisen, dass er überhaupt Auto kann. Danach musste er zeigen, dass er Reichweite kann, Langstrecke, Familienurlaub und Anhängerbetrieb.

Diese Diskussion ist im obersten Segment längst vorbei. Hier wird elektrisch gefahren, weil Elektromotoren etwas ermöglichen, das Verbrennungsmotoren nur mit erheblichem mechanischem Aufwand erreichen: praktisch verzögerungsfreie Leistung, exakt regelbare Motoren an einzelnen Rädern und Leistungswerte, die vor wenigen Jahren selbst im Supersportwagenbau absurd geklungen hätten.

Gerade deshalb sind diese Autos interessante technische Extrempunkte. Nicht weil wir sie brauchen, sondern weil Extrempunkte oft zeigen, was technisch möglich geworden ist.

Die teuersten Elektroautos, das Fazit:

Ich habe beim Zusammenstellen dieser Liste irgendwann aufgehört, die Preise wirklich als Geld wahrzunehmen.

44.000 Euro kann ich einordnen, 100.000 auch und vielleicht sogar 250.000.

Aber bei 4,4 Millionen Euro für ein Auto beginnt mein Kopf automatisch, in Wohnungen, Häusern und lebenslangem Urlaub zu rechnen.

Trotzdem verstehe ich, warum diese Fahrzeuge existieren. Autos waren nie ausschließlich vernünftig. Sonst hätten wir vermutlich irgendwann einen perfekt effizienten grauen Kasten entwickelt und anschließend für die nächsten hundert Jahre aufgehört, neue Modelle zu zeichnen.

Wir wollen Autos auch deshalb, weil sie Geschichten erzählen, weil Technik faszinieren kann und weil Menschen gelegentlich Dinge bauen, deren Existenz sich nicht mit einer Excel-Tabelle erklären lässt.

Vielleicht ist der Pininfarina B95 deshalb gar nicht so weit von einem Ferrari der Sechziger oder einem Bugatti der Dreißiger entfernt. Natürlich ist die Technik vollkommen anders, doch der Impuls dahinter ist derselbe: jemand möchte zeigen, was möglich ist, wenn Geld, Ingenieurskunst und ein gewisses Maß an Unvernunft gleichzeitig im Raum sind.

Nur dass heute kein Zwölfzylinder mehr brüllt. Stattdessen hört man möglicherweise nur Reifen, Wind und irgendwo sehr leise das Geräusch von 4,4 Millionen Euro, die elektrisch davonfahren.

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